Aus dem Geschäftsleben
15 Familien wollen freie Schule in Bad Segeberg gründen

Lernen ohne Druck und Zwang

Petra Herrnbrodt-Schiefke, Tanja Delgado und Albrecht Müller (v.li.) gehören zu der Initiative, die eine Freie Schule in Bad Segeberg gründen möchte. Foto: ohe

Bad Segeberg (ohe). Mit Regelschulen ist Bad Segeberg gut ausgestattet. Was fehlt ist eine Freie Schule als Alternative. 15 Familien aus Bad Segeberg und Umgebung haben sich jetzt zusammengetan, um eine Freie Schule zu gründen. Zu ihren Vorbildern zählen die Montessori-Schulen und auch die Freie Schule Leben und Lernen in Preetz. „Es geht uns nicht darum, etwas Besseres zu schaffen. Wir wollen nur eine Variante anbieten“, sagt eine Mutter, die namentlich nicht genannt werden möchte.
Der Psychotherapeut Albrecht Müller gehört mit zu der Gruppe. Er hat selbst an einer Freien Schule gearbeitet und ist überzeugt von dem Konzept. Kein Pausenklingeln, kein Frontalunterricht, keine Note. Mit dem Pauken an staatlichen Schulen hat das wenig zu tun. „Wir möchten, dass die Kinder selbstbestimmt lernen“, sagt Albrecht Müller. Die Mädchen und Jungen sollen selbst entscheiden, wann und was sie lernen. Dass das klappt, zeigen die Erfahrungen an der Freien Schule in Preetz. Dort bestehen seit 2013 Schüler bei externen Prüfungen zum Ersten allgemeinbildenden und Mittleren Schulabschluss. Viele gehen weiter zur Schule und machen Abitur.
Im Bundesverband der Freien Alternativschulen sind rund 100 Freie Alternativschulen und Gründungsinitiativen organisiert. Die Lehrer verstehen sich hier als Begleiter. Sie machen den Schülern Angebote und stellen die nötigen Lernmaterialien zur Verfügung. Über die Regeln an der Schule dürfen Schüler demokratisch mitbestimmen. Der respektvolle Umgang miteinander ist eine Grundvoraussetzung.
Zur Zeit sind die Mitglieder der Gründungsinitiative dabei, ein Konzept aufzustellen. „Wir wollen die staatliche Anerkennung“, sagt Albrecht Müller. Nur so lässt sich das alternative Schulangebot finanzieren. Ohne Elternbeiträge wird die freie Schule in Bad Segeberg aber nicht auskommen. „Geplant ist eine soziale Staffelung“, erklärt Müller.
Die Eltern vertrauen nicht nur auf die inneren Wachstumskräfte ihrer Kinder. Sie glauben auch, dass ihre Schule nach der Gründung wächst. Starten möchten sie mit einer Grundschule für zehn bis 20 Kinder. „Es wäre cool, wenn wir im nächsten Sommer beginnen können“, sagt Müller. Er glaubt aber, dass dieser Zeitraum zu eng gesteckt sein kann.
Für die Verwirklichung ihrer Ideen hoffen die Mitglieder der Gründungsinitiative auf weitere Unterstützer. „Jeder, der sich einbringen möchte, ist willkommen. Man muss keine Kinder haben“, sagt Tanja Delgado. Auch Menschen, die sich nur über das Projekt informieren möchten, sind bei den regelmäßigen Treffen in den Räumen des Vereins „Die Dose“ in Bad Segeberg (Kirchstraße 4) willkommen. Das nächste Treffen findet am Freitag, 27. Juli, um 20 Uhr statt.

 

Kontakt
Initiative Freie Schule Bad Segeberg
Tel: 0163 / 2166813
E-Mail: freieschule.se@posteo.de
Treffpunkt: Kirchstraße 2, Bad Segeberg
Verein Die Dose
www.facebook.com/Freie-Schule-Bad-Segeberg

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