Aus dem Geschäftsleben

Kunst im Baustofflager

von Gerald Henseler

Der Berliner Künstler Thomas Rentmeister schuf sein Kunstwerk im Baustofflager der Firma Hass+Hatje in Bad Segeberg.

Bad Segeberg (ohe). Nicht jeder der rund 30 Mitarbeiter des Baustoffhandels Hass+Hatje in Bad Segeberg kann mit dem Werk des Berliner Künstlers Thomas Rentmeister etwas anfangen. Im Mai arbeitete der Berliner Künstler mehrere Tage lang mit Kettensäge und Drahtbürste an seiner Skulptur. Jetzt zerlegte der Künstler mit Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig sein Werk, denn es soll umziehen. Zusammen mit anderen Werken des Projektes Kunst-Betriebe von Industrie und Handelskammer (IHK) Lübeck und der Vorwerker Diakonie wird es ab September im Eutiner Schloss und ab November im Lübecker St. Annen-Museum zu sehen sein.
Die Lübecker Bildhauerin Bettina Thierig hatte die Idee zu dem Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Kultur. Im Jahr 2012 schufen erstmals zwölf Künstler Werke aus Materialien regionale Betriebe. Zum Teil nutzten sie auch ihre Werkzeuge und Maschinen. In diesem Jahr startet das Projekt in seine dritte Runde.
„Es war ein bisschen wie Weihnachten als ich hier herkam und mit aus allen Materialien aussuchen durfte, was ich mag“, sagt Thomas Rentmeister. Der Berliner wählte schließlich einen Holzdämmstoff und formte aus ihm einen etwa 2,30 Meter hohen Kubus. Die strenge Form des Würfels weicht er durch leichte Bewegung auf. „So entsteht eine Dynamik, neue Deutung und assoziative Möglichkeiten, die den Rahmen der Minimal-Art überschreiten“, so Rentmeister. Er sieht sich in der Tradition des Minimalismus, der Objekte auf einfache und übersichtliche Strukturen reduziert.
Im Kammerbezirk der IHK Lübeck schufen zehn weitere Künstler dreidimensionale Werke. Sie fanden ihre Materialien in Werken von Cerialien-Produzenten, Maschinenbauern, Recyclingunternehmen, Sparkassen und anderen Betrieben.
„Es ist interessant, wie aus einem Baustoff, dessen Optik bei konventioneller Verwendung keine Rolle spielt, ein Kunstwerk wird“, sagt Marvin Drews, Leiter der Bad Segeberger Niederlassung des Baustoffhandels Hass+Hatje. „Meine Affinität zur Kunst ist definitiv gewachsen“, sagt Drews. Er ist fasziniert davon, wie man Kunst mit den Baustoffen aus seinem Markt verbinden kann. Die entstandene Skulptur lässt den Baustoff aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten. Weitere Informationen zu dem Projekt gibt die Website www.ihk-sh.de/kunstbetriebe.

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