Aus dem Geschäftsleben

Intervallfasten: Das Gewicht dauerhaft reduzieren

von Harald Prädel

Nach der Fasten-Phase kann man sich ganz normal und ohne weitere Einschränkungen ernähren. Foto: AOK

Bad Segeberg (hap). Mit guten Vorsätzen starten viele Zeitgenossen in das neue Jahr. Ganz oben auf der Agenda steht dabei der Plan, mehr für die Fitness zu tun – und natürlich der Wunsch, das eine oder andere unliebsame Pfund Gewicht zu verlieren. Vor allem Frauen haben oftmals unter­schiedlichs­te Diäten ausprobiert, in der Hoffnung, dauerhaft ihr Gewicht zu reduzieren. Doch meist werden diese Hoffnungen zerstört: Der vielzitierte Jojo-Effekt führt dazu, dass schon nach kurzer Zeit das Ursprungsgewicht wieder erreicht ist. Doch jetzt gibt es offenbar eine wirksame Methode, das Wunschgewicht zu erreichen – das so genannte Intervallfasten.
Sigrid Breuß von Halle zeigt sich begeistert: „Pro Monat habe ich durch Intervallfasten ein bis anderthalb Kilo Gewicht reduziert“, erklärt die 59-jährige Wahlstedterin. Im vergangenen Jahr hatte sie durch einen Bericht im Fernsehen erstmals von dieser Diät erfahren – die im eigentlichen Sinne keine Diät ist. Der bekannte Mediziner und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen hatte von seinen Erfahrungen mit dem Intervallfasten berichtet. „Das hat mich ermutigt, diese Methode selbst einmal zu tes­ten“, sagt Breuß von Halle.
Früher galt unter Ernährungswissenschaftlern die These, dass jeder gesunde Erwachsene möglichst mehrere kleinere Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen sollte. Davon haben sich mittlerweile aber viele Fachleute verabschiedet. Der Grund: Mit jedem auch noch so kleinen Snack steigt der Insulinspiegel im Körper. Dadurch wird aber die Fettverbrennung unterbrochen. Die Folge: Der Organismus baut deutlich weniger Kalorien ab, während gleichzeitig ständig weitere Kalorien zugeführt werden.
Dieser Kreislauf wird durch das Intervallfasten unterbrochen. Die Befürworter dieser Methode verweisen auf die Ernährungsgewohnheiten der Urmenschen, die oftmals auch längere Hungerphasen überstehen mussten, weil zum Beispiel die Jagd nicht erfolgreich war. Der Verdauungsapparat des Menschen im 21. Jahrhundert, so die These der Wissenschaft, unterscheidet sich kaum von der des Steinzeitmenschen. Wer also längere Zeit ohne Nahrung auskommt, lebt gesünder – und wird nahezu automatisch schlank.
Das Intervallfasten hat mit konventionellem Fasten nichts gemeinsam – das sich im Übrigen für die Gewichtsreduktion auch nicht eignet. Das Geheimnis des Erfolgs besteht darin, dass sich längere Phasen der normalen Nahrungsaufnahme mit Phasen des Fastens abwechseln. Zum Beispiel folgen auf fünf Tage, an denen man sich wie üblich ernährt, zwei Tage, an denen man höchstens Wasser, ungesüßten Tee, Kaffee oder Brühe trinkt. Denkbar und möglich sind aber auch ganz andere Intervalle.
Sigrid Breuß von Halle hat auf die so genannte 16:8-Methode vertraut. Das bedeutet: An einem Tag oder zwei aufeinanderfolgenden Tagen hat sie jeweils 16 Stunden auf feste Nahrung verzichtet und sich anschließend acht Stunden normal ernährt. „Wenn man zum Beispiel abends mit dem Fasten beginnt und am nächsten Tag auf das Frühstück verzichtet, sind 16 Stunden schnell erreicht“, berichtet die Wahlstedterin. Diese Methode eignet sich nach ihrer Erfahrung besonders auch für Berufstätige: „Das kann ich in meinem Beruf in der Krankenpflege wunderbar integrieren“, erklärt sie. Auch sie hat natürlich die Erfahrung gemacht, dass irgendwann der Hunger kommt. „Dann bereite ich mir eine Gemüsebrühe zu, dann ist wieder alles gut“, sagt sie.
Der Vorteil des Intervallfastens: Es lässt sich, anders als bei den meisten üblichen Diäten, leicht in den Alltag einfügen. Die Fasten-Phasen können, abhängig von individuellen Planungen wie etwa Feierlichkeiten, einfach verschoben werden. „Wenn ich weiß, dass zum Beispiel am Wochenende eine Party bevorsteht, kann ich das Fasten einen Tag verschieben“, sagt Breuß von Halle. Und sie kann, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, mitfeiern – und nimmt trotzdem auch noch ab.

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