Aus dem Geschäftsleben

Frische Eier aus dem mobilen Stall

von Gerald Henseler

Jorg (re.) brachte seinen Vater auf die Idee, Hühner zu halten. Jetzt haben sie einen mobilen Kufenstall auf ihren Wiesen aufgestellt. Foto: ohe

Bark (ohe). Bei dem Hoffest vor wenigen Wochen kam Bastian Wortmeier aus dem Hühnerstall nicht heraus. Alle Gäste wollten den neuen beweglichen Hühnerstall sehen. „Bei uns fahren die Hühner Schlitten“, scherzt Wortmeier. Sein Stall steht nämlich auf Kufen. Alle vier Wochen zieht er ihn auf seiner Wiese ein Stück weiter und zäunt einen neuen Auslauf ab. „Im Sommer werden wir den Stall noch etwas öfter umsetzen“, meint Wortmeier.

In vierter Generation bewirtschaftet er den Hof in Barks Ortsmitte gemeinsam mit seiner Ehefrau Inka, die den Hof vor zwölf Jahren von ihren Eltern übernahm. Bis vor eineinhalb Jahren gehörten noch 35 Milchkühe zum Viehbestand. Doch davon haben sich die Wortmeiers getrennt. Stattdessen setzt Bastian Wortmeier aufs Huhn. Sein Sohn Jorg brachte ihn auf die Idee. Vor drei Jahren hatte der sich Hühner gewünscht und bekam fünf Hennen und einen Hahn. Deren Eier verkaufte Jorg an die Nachbarn im Dorf und besserte sein Taschengeld auf.

Heute leben 80 Althennen und 360 Junghennen auf dem Hof. „Die Junghennen legen täglich rund 340 Eier“, freut sich Wortmeier. Jorg hat viele Stammkunden im Dorf. Jeden Montag tourt der Zehnjährige mit seinem Handwagen durchs Dorf. 200 Eier verkauft er dabei. Die übrigen bietet Bastian Wortmeier seit einigen Wochen in einer Verkaufshütte vor seinem Hof in der Segeberger Straße 22 an.

Weil das gut läuft, spielt er mit dem Gedanken, die Hühnerhaltung auf seinem Hof zu erweitern. Platz ist genug. 120 Hektar Grün- und Ackerland bewirtschaften die Wortmeiers heute. Bastian Wortmeier setzt auf regionale Selbstvermarktung. In Zukunft möchte er auch Fleischrinder halten und deren Fleisch selbst vermarkten. „Wir wollen nicht in die Supermärkte“, betont Wortmeier. Er denkt eher an die Vermarktung auf Wochenmärkten oder in Hofläden.

Wer möchte, der kann sich seinen mobilen Hühnerstall jederzeit anschauen. Sobald es dunkel wird, schließt der Stall automatisch. Die Hühner gehen selbstständig in den beleuchteten Stall. Dort reichen die Futter und Wasservorräte jeweils für eine Woche. Zweimal täglich holen Bastian Wortmeier oder sein Sohn Jorg die Eier aus dem Stall.

Diesen Beitrag teilen:

Zurück