Aus dem Geschäftsleben

Der perfekte Fahrplan zur Traumhochzeit

von Harald Prädel

Die meisten Brautpaare haben sehr romantische Vorstellungen von ihrer Trauung.

Bad Segeberg (hap). In einer luxuriösen Stretchlimousine geht es zur Kirche. Anschließend feiern die frisch gebackenen Eheleute mit ihren Gästen in einem Gutshaus, malerisch gelegen an einem See – welches Brautpaar träumt nicht von einer solchen Hochzeit? So oder so ähnlich sehen die romantischen Wunschvorstellungen besonders vieler Bräute aus. Doch wer soll all das organisieren? Und auch noch bezahlen?
Auch bei Eheschließungen klaffen zwischen Wunsch und Wirklichkeit häufig ganze Welten. Angehende Brautpaare sollten sich bei der Organisation der Hochzeit einen möglichst detaillierten Plan erstellen, damit ihr schönster Tag im Leben nicht in einem Fiasko endet. Magdalena Grimmond, Inhaberin der 2007 gegründeten Hochzeitsagentur „Céile Private Events“ in Schwentinetal, beschreibt die wichtigsten Punkte, die Brautpaare bei der Planung beachten sollten:
1. Kirche oder Standesamt?
Zunächst sollten sich Braut und Bräutigam entscheiden, ob sie nur standesamtlich oder auch kirchlich heiraten möchten. „Danach richtet sich die gesamte weitere Planung“, sagt Grimmond. Paare, die keiner Konfession angehören und daher auf eine kirchliche Hochzeit verzichten müssen, können eine so genannte freie Trauung wählen, die einen ähnlich festlichen Charakter hat wie eine Eheschließung in einer Kiche. „Freie Theologen oder Redner gestalten die Zeremonie“, so Grimmond. Auch eine freie Trauung bietet die Möglichkeit, Elemente wie Musik oder bestimmte Rituale zu integrieren. „Und sie kann an verschiedenen Orten, wie zum Beispiel am Strand, stattfinden“, sagt die Veranstaltungsexpertin. Sie empfiehlt, standesamtliche und kirchliche Trauung nicht an einem Tag auszurichten.
2. Das Budget
„Entscheidend ist das Budget für die Hochzeit“, so Grimmond. Braut und Bräutigam sollten einen Plan erstellen, wie sie feiern möchten, mit wievielen Gästen, an welchem Ort. „Sie müssen überlegen, was sie sich wünschen – und müssen checken, was es kos­tet“, sagt die Fachfrau. Das Internet bietet viele Möglichkeiten, sich einen ersten Überblick über die möglichen Kosten zu verschaffen. Die Beträge sollten abgeglichen werden mit den finanziellen Möglichkeiten des Paares. „Und die Brautleute sollten stets einen kleinen Puffer einplanen für unvorhergesehene Ausgaben.“ Ein Hochzeitsplaner verfügt natürlich über Erfahrungen, welche Elemente einer Feier mit welchen Kosten verbunden sind und kann auch Tipps für Alternativen geben.
3. Der Termin
„Wichtig ist die Frage: Wann soll geheiratet werden?“, sagt Magdalena Grimmond. Viele Brautpaare möchten im Mai oder im August heiraten. „Aber dann sind natürlich viele Standesämter, Restaurants, Diskjockeys oder Fotografen ausgebucht. Viele Locations bieten daher in den Wintermonaten günstigere Konditionen“, so die Expertin. Sie rät den Paaren übrigens dringend, für die Planung und Vorbereitung der Hochzeit ausreichend Zeit zu berücksichtigen. „Mindestens acht Monate sollten sich die Brautleute für die Organisation Zeit nehmen. Bei Hochzeiten, die im Ausland geschlossen werden sollen, sind zwölf Monate die Untergrenze.“
4. Der Ort
Viele Brautpaare träumen von einer Hochzeit im Ausland, zum Beispiel unter Palmen an einem tropischen Strand oder in den idyllischen schottischen Highlands. Dabei müssen natürlich noch ganz andere Vorbereitungen getroffen werden als bei einer Eheschließung im Inland – und es gelten andere finanzielle Bedingungen. „Das müssen sich die Brautleute gut durchkalkulieren und bedenken, dass ihre Gäste den Ort erreichen müssen und dort auch eine Unterkunft benötigen“, gibt Grimmond zu bedenken.
5. Die Gästeliste
Soll das Fest auf die Familien der Brautleute begrenzt oder sollen auch Freunde eingeladen werden? Diese Frage ist ebenfalls von großer Bedeutung – denn sie hat entscheidenden Einfluss auf die Kos­ten der Hochzeitsfeier. Magdalena Grimmond empfiehlt, sich sehr kritisch zu fragen, „ob tatsächlich auch noch die Tante dritten Grades eingeladen werden soll, die man vielleicht zwei- oder dreimal im Leben gesehen hat“. Und die Expertin rät, sich bei dieser Entscheidung auch nicht unbedingt von den Eltern oder anderen Angehörigen beraten zu lassen. „Die Brautpaare sollten sich fragen, wer ihnen wirklich wichtig ist und danach entscheiden, wen sie einladen möchten.“
6. Restaurant oder Schloss?
Eine Hochzeitsfeier in einem Schloss oder Herrenhaus hat natürlich einen sehr repräsentativen Charakter – aber in der Regel auch einen besonderen Preis. Die Brautleute sollten daher gut kalkulieren, ob sie in einem Restaurant oder in einer luxuriöseren Umgebung feiern möchten. „Danach richtet sich übrigens auch die Art der Feier“, erklärt Grimmond. „So sollte man nicht in ein Schloss einladen und dort eine Grillparty organisieren, das passt einfach nicht zusammen.“ Überdies sollte die Örtlichkeit sorgfältig geprüft und gewählt werden. So sei davon abzuraten, eine Hochzeit mit 50 Gästen in einem Saal zu feiern, der für 200 Personen vorgesehen ist. „Da kommt meist keine Stimmung auf“, so Grimmond.
7. Rahmenprogramm
Eine Feier ohne Rahmenprogramm wirkt meist nüchtern. „Aber weniger ist auch dabei oft mehr“, so die Expertin. Denn oft werde der Zeitfaktor übersehen. „Meistens ist es schon 21.30 oder 22 Uhr, wenn das Essen beendet ist. Bis Mitternacht bleiben dann nur noch zwei Stunden, und die Gäste wollen schließlich auch noch feiern“, so Grimmond. Wer einen Zauberer auftreten lassen oder ein Feuerwerk bestellen möchte, sollte bedenken, dass vielfach auch noch Gäste etwas vortragen oder Sketche aufführen möchten. Hilfreich sei ein so genannter Zeremonienmeister, der bereits vorab mit den Gästen das Programm abstimmt.
8. Dienstleister
Eine Hochzeit ohne Diskjockey oder Fotograf ist keine richtige Hochzeit. „Auch die Dienstleister müssen vorher ausgewählt und geordert werden – und zwar rechtzeitig“, rät die Veranstaltungsexpertin. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, auf Qualität zu achten – „und die hat nun einmal ihren Preis“. Wer sich aus Kostengründen auf die Fotografenkünste eines Erbonkels verlasse oder einen Amateur-DJ beauftrage, ärgere sich womöglich hinterher ein Leben lang.
9. Die Festkleidung
Brautkleid und Anzug des Bräutigams sollten stets auf den Rahmen der Hochzeit abgestimmt sein. „Ein modernes, schlichtes Brautkleid passt nun einmal nicht zu einer Hochzeitsfeier in einem Barockschloss“, meint Grimmond. Sie empfiehlt, in dieser Frage auf Qualität zu achten. Nach ihrer Erfahrung haben sich bereits unzählige Bräute fürchterlich geärgert, weil sie ihr Brautkleid bei einem Billig-Schneider in Fernost via Internet bestellt haben. „Lassen Sie das, Sie kaufen in jedem Fall noch ein zweites Kleid“, so die Expertin. Die Braut sollte das Kleid, das sie in einem Fachgeschäft ausgesucht hat, außerdem frühestens zwei Wochen vor dem Termin noch einmal anprobieren, um eventuell notwendige Änderungen vornehmen zu lassen.
10.  Tanzkursus
Heute ist es fast üblich, dass das Brautpaar kurz vor dem Hochzeitstermin noch einen Tanzkursus belegt, um sich beim Eröffnungstanz bei der Feier nicht zu blamieren. Grimmond rät, dass die Braut bei einer der Tanzstunden – abhängig vom Stil ihres Kleides – einmal einen Reifrock anlegt, um so auszuprobieren, wie sich das Kleidungsstück auf die Bewegungsabläufe während des Tanzens auswirkt.
11. Saalschmuck
„Die künftigen Eheleute müssen nicht alles selbst erledigen“, sagt Grimmond. Sie rät davon ab, dass das Brautpaar am Abend vor der Trauung den Festsaal selbst schmückt. „Wer bis um Mitternacht noch Tische, Bühne und den Saal dekorieren will, kann am nächsten Tag nicht ausgeruht zur Hochzeit erscheinen“, lautet ihr Fazit. Die Brautleute sollten sich also rechtzeitig die Unterstützung eines kleinen Teams von Freunden oder guten Bekannten – eventuell unter Leitung des Zeremonienmeisters – sichern, die sich um diese Dinge kümmern. Das bedarf natürlich vorher einer genauen Absprache für die Art der Dekoration.
12. Ruhe bewahren
Die Eheleute in spe sind gut beraten, wenn sie in der gesamten Planungsphase Ruhe bewahren und nicht allzu sehr auf mehr oder weniger gut gemeinte Ratschläge von Angehörigen reagieren. „Naturgemäß haben Eltern oder Geschwister eine Vorstellung davon, wie eine solche Hochzeit gefeiert werden sollte“, so Magdalena Grimmond. Diese Ratschläge erzeugen nach ihrer Erfahrung allerdings Stress bei den Brautleuten. Sie empfiehlt: „Hören Sie sich diese Ratschläge und Ideen ruhig an. Aber bleiben Sie sich und Ihren eigenen Vorstellungen treu.“

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