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Deutsch-Indisches Klassenzimmer benötigt neue Sponsoren

Zwischen Bollywood und Büffelställen

Celina Schubert, Carlotta Herzog, Malte Frenz, Tjorven Gosch, Milan Sperber und Melf Christiansen berichteten über ihre Indienreise. Die Lehrerinnen Dr. Sylke Hlawatsch und Kirsten Düßler (v.li.) begleiteten die Schüler. Foto: ohe

Trappenkamp (ohe). Nach dem ersten Essen in Indien musste sich Celina Schubert übergeben. Zwei Tage ernährte sich die Neuntklässlerin danach nur mit Toastbrot. Doch beim Abschied von ihrer indischen Gastfamilien rollten bei ihr die Tränen. Mit neun Mitschülern der Richard-Hallmann-Schule in Trappenkamp war Celina Schubert als Austauschschülerin  in Hyderabad. Die Reise in das fremde Land hat die Schüler schwer beeindruckt.
Mit ihren Gastgebern und den Lehrerinnen  Sylke Hlawatsch und Kirsten Düßler besuchten die Richard-Hallmann-Schüler den weltweit größten Film-Studio-Komplex „Tollywood“, sahen sich auf Reisfeldern um, besuchten Hühnerfarmen und nahmen Büffelställe unter die Lupe.
Landwirtschaft und Ernährung  in Indien und Deutschland zu vergleichen, das war die Aufgabe, die die zehn Austauschschüler zu erfüllen hatten. Dazu besuchten sie in Schleswig-Holstein Bauernhöfe mit Rinder- und Schweinehaltung. „Hühnerbetriebe konnten wir wegen der Geflügelpest leider nicht besichtigen“, bedauert Tjorven Gosch. Mit dabei waren zehn Schüler der Nasr Boys School aus Hyderabad. Sie waren Ende November zu Gast in Trappenkamp.
„Was in Indien als Bio-Hühnerfarm gilt, erfüllt bei uns höchsten die Krierien für Bodenhaltung“, meint Tjorven Gosch. Im indischen Büffelstall waren alle Tiere rund um die Uhr angebunden. „Das ist bei uns nicht mehr erlaubt“, erklärte Kirsten Düßler  den Schülern der Wahlpflichtfächer Geowissenschaften und Gesundheit.
Zum zweiten Mal bot die Richard-Hallmann-Schule Mädchen und Jungen der achten bis zehnten Klassen die Möglichkeit zum Schüleraustausch mit Indien. Die Robert-Bosch-Stiftung unterstützte das Projekt jeweils mit je 500 Euro pro Schüler. Diese Förderung gibt es in Zukunft nicht mehr. „Wir suchen daher nach einem neuen Sponsor“, sagt Dr. Sylke Hlawatsch. In drei Jahren möchte sie mit Schülern der heutigen fünften bis siebten Klassen erneut nach Hyderabad reisen. Thema soll dann der Vergleich von nachhaltigem Wohnen in beiden Ländern sein. „Ich bin zuversichtlich, dass wir einen neuen Sponsor finden“, sagt die Lehrerin. Bis zum nächsten Austausch wollen Schüler und Lehrer den Kontakt zur indischen Partnerschule durch Briefe aufrecht erhalten.

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