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Wer mit Winnetou reitet, braucht einen kühlen Kopf

von Marika Engeland

Die Bad Segebergerinnen Melanie Witt und Rena Valett sind beide jahrelange Karl-May Fans. Fotos: me

Groß Rönnau (me).  Jedes Jahr ziehen die Karl-May-Spiele tausende Menschen nach Bad Segeberg, welche sich begeistert Winnetous Abenteuer anschauen. Doch für viele besteht der Traum, selbst einmal Teil der Inszenierung zu sein, und zwar als Reiterstatist. Denn was wäre Winnetou ohne seinen Stamm? Und ohne furchtlose Krieger, die er bekämpfen muss?
An dieser Stelle kommt Sylvia Kassel ins Spiel, denn jährlich sucht sie neue Reiter, die sattelfest sind und genügend Zeit mitbringen. Denn für viele Bewerber ist der Traum vom Kalkberg-Abenteuer zu Ende, wenn sie erfahren, wie viel Zeit und Engagement damit verbunden ist. So sind die Reiter auch für das Wohlergehen der Pferde zuständig und sind wohl diejenigen, die in der Spielzeit den längsten Tag haben, denn auch nach der Abendvorstellung wollen die Tiere versorgt werden.
Allerdings müssen sich die Bewerber zunächst den kritischen Blicken von Reitstallchefin Sylvia Kassel und ihrer Schwester Andrea Kassel stellen. Zum Vorreiten in der Reithalle des Reiterhofs Behnk in Groß Rönnau waren 18 der rund 150 Bewerber eingeladen worden. Dabei beobachtete man genau, wie die Reiter auf die fremden Pferde reagieren und ob sie den Anforderungen im Freilichttheater gewachsen sind. Denn es braucht viel Erfahrung und gute Nerven, vor bis zu 8.000 Zuschauern einen kühlen Kopf zu bewahren, wenn das Pferd, welches bekanntlich ein Fluchttier ist, unerwartete Dinge tut und sich vielleicht doch einmal erschrickt. Außerdem sei es wichtig, dass ein Reiter nicht immer dasselbe Pferd hat, denn die Gefahr bestehe immer, dass ein Tier ausfällt und sein Reiter kurzfristig auf ein anderes Pferd wechseln muss, erklärt Sylvia Kassel.
Dieser Herausforderung haben sich unter anderem Melanie Witt (18) und Rena Valett (27) gestellt. Die beiden Bad Segebergerinnen besuchen die Karl-May-Spiele schon seit Jahren und haben es dieses Jahr nun gewagt, sich als Reiterstatisten zu bewerben. Da beide selbst jahrelang reiten, bringen sie genügend Erfahrung mit, um mit den fremden Pferden gut klarzukommen.
In diesem Jahr benötigt Sylvia Kassel sechs neue Statisten, damit ihr Zwölfer-Team komplett ist. Wer es von den Bewerbern geschafft hat ins Team zu kommen, erfahren diese in etwa 14 Tagen.

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