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Weihnachtssterne mit gutem Gewissen einkaufen

von gelieferte Meldung

Arno Carstensen, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer (Mi.), und Michaela und Wilhelm Edert (Gärtnerei Edert) informierten in Gönnebek über die zahlreichen Weihnachtssterne (0,5 Millionen Stück), die derzeit in Schleswig-Holstein in den Gärtnereien pro

Gönnebek (em). Kurz vor dem ersten Advent informierte die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in Gönnebek auf dem Betrieb von Wilhelm Edert über die zahlreichen Weihnachtssterne. Rund 500.000 Stück werden im nördlichsten Bundesland produziert. Die Gärtnerei Edert in Gönnebek – das norddeutschen Produktionszentrum der Sterne – präsentierte erstmals Weihnachtssterne, die Fair Trade produziert auf den Markt kommen.

Immer mehr Verbraucher setzen auf regionale Produkte, darunter auch fair produziert und fair gehandelte. Dieser Regionalitäts­trend gilt nicht nur für Nahrungsmittel, sondern auch für Pflanzen wie den Adventsklassiker, den Weihnachtsstern. Heimische Weihnachtssterne aus der Region für die Region. Beim Einkauf interessiert den Verbraucher mehr und mehr die soziale Verantwortung der Erzeuger und des Handels. Betriebsleiter Wilhelm Edert setzt daher schon seit einiger Zeit auf das internationale Zertifizierungssystem (Global G.A.P und MPS-GAP). Hier werden Qualität und Sicherheit seiner gärtnerischen Produktion dokumentiert. Für seinen Vermarktungspartner Edeka Nord produziert er nun erstmalig auch Fair Trade zertifizierte Weihnachtssterne. Die Jungpflanzenvermehrung erfolgt in Uganda unter den besonderen Fair-Trade-Bedingungen. Dann kommen die im idealen Klima ohne Heizung gezogenen Jungpflanzen zurück nach Schleswig-Holstein und werden hier im Gewächshaus in Verbrauchernähe mit kurzen Transportwegen, die die Umwelt schonen, bis zur Verkaufsreife weiter kultiviert.

Kurze Wege
zum Verbraucher

Arno Carstensen, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer und selber Gärtnermeister, berichtet, dass die kurzen Wege vom Gewächshaus zum Endverbraucher eine gute Qualität sichern und im Advent lange Freude an der Pflanze bescheren. Er betonte die Bedeutung der Weihnachtssternkultur für die Region als wichtiges wirtschaftliches Standbein. Die rund zehn Gärtnereibetriebe hier in der Gärtnersiedlung Gönnebek haben jeweils verschiedene Produktionsschwerpunkte. Sie sichern Arbeitsplätze und Einkommen in der Region vor Ort. Neben der Ökonomie seien auch weitere Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllt.

Denn durch eine bodenunabhängige Produktion und minimalen Wasserverbrauch werden die natürlichen Ressourcen sowohl in Uganda als auch hierzulande geschont, und die Mitarbeiter in Afrika erhalten eine Ausbildung und Gesundheitsvorsorge. Auf dem Betrieb von Wilhelm Edert seien die sozialen Standards gleichermaßen erfüllt.

Der Trend zur sozialen Verantwortung ist auch in anderen gärtnerischen Arbeitsbereichen der Landwirtschaftskammer sichtbar, betonte Arno Carstensen: Mit verschiedenen Produzenten arbeitet die Landwirtschaftskammer derzeit an einem Gütezeichen für Zierpflanzen. Es soll voraussichtlich im Frühjahr 2019 an den Markt gehen. Außerdem engagiert sich die Landwirtschaftskammer bei www.Nordfreun.de, die ebenfalls Sozialstandards und Umweltfreundlichkeit in regionalen Lieferketten fördern. Kammervizepräsident Arno Carstensen: „Wenn Sie Weihnachtssterne made in Schleswig-Holstein verschenken, schenken Sie Freude, stärken die heimische Wirtschaft, verzichten auf lange Transportwege und verschenken ein echtes regionales Produkt“.

 

Zahlen und Statistik

Das Statistische Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein hat in seiner jüngsten Zierpflan- zenbauerhebung im vergangenen Jahr rund 25 Gärtnereien mit 535.000 Weihnachtssternen gezählt, davon sieben Gärtnereien mit 309.000 Pflanzen im Kreis Segeberg. Dazu zählt auch die Gärtnerei Edert und weitere Kollegen in Gönnebek, die die Fachgeschäfte und den übrigen Handel auf kurzem Weg beliefern. Ca. 80.000 Sterne in verschiedenen Größen wachsen bei Wilhelm und Michaele Edert auf einer Gewächshausfläche von rund 15.000 Quadratmetern.

 

Große Sortenvielfalt

Der Weihnachtsstern – botanisch Euphorbia pulcherima – zählt zu den Kurztagspflanzen. Sie blühen, wenn die Tage kürzer sind als die Nächte (bei uns also im Winter). Moderne Sorten brauchen sechs bis acht Wochen, um die Blüte nach dem Eintritt des kurzen Tages auszubilden. Die Vielfalt der Sorten ist groß und durch moderne Züchtung kommen immer wieder neue Sorten dazu. Die Vereinigung der Weihnachtssternanbauer geht aktuell von 150 Sorten mit Marktbedeutung aus. Die Farbe rot spielt dabei die größte Rolle:  Gut 80 Prozent der Verkaufsmenge an Weihnachtssternen leuchten in der Weihnachtsfarbe „rot“. Daneben gibt es von weiß bis creme über zimt bis orange eine große Farbpalette, einfarbig oder auch gemustert. Während in den vergangenen Jahren vor allem ein Trend zu kleineren Töpfen bis hin zu wenigen Zentimetern großen Minipflanzen zu beobachten war, berichtet Wilhelm Edert auch von einer wachsenden Nachfrage nach großen Prachtpflanzen.

 

Pflegetipps für Verbraucher

Weihnachtssterne sind sehr transport-empfindliche Pflanzen. Beim Einkauf sollten Verbraucher auf Ware aus Schleswig-Holstein achten. Die Pflanzen sollten keinen Frost abbekom- men. Weihnachtssterne stehen am liebsten hell und warm – sowohl in der Anzucht wie auch im Blumengeschäft und bei den Verbrauchern auf der Fensterbank. Zugluft mögen sie nicht.

 

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