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Wanderweg führt über die Leezener Au

von Silvie Domann

Der Wanderweg durch die Leezener Au Niederung quert hier den Bach: Die Verantwortlichen (v.li.) Tanja Hemke (Schrobach-Stiftung), Michael Schlüter (LLUR), Claus Fahrenkrog (Gewässerpflegeverband Leezener Au), Ingenieur Uwe Meyer, Eckhard Giermann (UTL) un

Leezen (sd.) Nebel hängt über der Leezener Au. Eine neu angelegte Wegtrasse schlängelt sich zur Au. Etwa 340 Meter lang ist der Wanderweg, der derzeit in der Leezener Au Niederung gebaut wird. Der Weg quert die Au per Brücke und verbindet so die Gemeindeteile Leezen und Krems I. Die Baukosten betragen etwa 150.000 Euro und werden durch Landesmittel finanziert. Auszuführende Firmen sind UTL aus Grimmen und Ingenieur Uwe Meyer aus Eckern­förde. Die Gemeinde Leezen wird sich um die Unterhaltung von Weg und Brücke kümmern.
Wanderweg und Querung der Au sind eine Maßnahme des Flurbereinigungsverfahrens Leezener Au. Träger der Baumaßnahme ist die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung; das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Gewässerpflegeverband Mözener Au, der Kurt und Erika Schrobach-Stiftung, der Gemeinde Leezen, der Teilnehmergemeinschaft und der Flurbereinigungsbehörde, dem LLUR, entwickelt. Die Schrobach-Stiftung stellt die Fläche zur Verfügung.
Etwa 300 Hektar ist die Niederung groß und gehört damit zu den größten Feuchtgebieten des Landes. 180 Hektar davon sind Naturschutzflächen, die extensiv beweidet werden. „Wir beschäftigen uns seit 2003 mit der Flurbereinigung und dem Natur- und Gewässerschutz“, sagt Claus Fahrenkrog vom Gewässerverband Mözener Au.
Zwei Seen und diverse Bäche, darunter auch die Leezener Au, gehören zum Gewässerverband, 2005 wurden die ersten Schutzprojekte aufgestellt. Viele Flächen wurden aufgekauft und aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen. Rund eine Million Euro hat der Landerwerb gekostet, etwa eine halbe Million die Natur- und Gewässerschutzmaßnahmen. Die Kosten wurden aus EU-, Bundes- und Landes-Fördermitteln finanziert, erklärt Michael Schlüter vom LLUR und ergänzt, dass der Wanderweg der Besucherinformation und zum Natur erleben diene.
Die Fläche liegt im FFH-Gebiet und weist einige Besonderheiten auf. „Es ist ein riesiges Moor und aus einer Schmelzwasserrinne nach der Eiszeit entstanden“, erklärt Tanja Hemke von der Schrobach-Stiftung. 20 Meter Torfschicht, typische Pflanzen wie Kuckucks-Lichtnelke und Sumpf-Dotterblume, aber auch der gefährdete Schlangen-Knöterich wachsen hier noch. „Nicht zu vergessen, die Knöterich-Dicknase, ein Rüsselkäfer, der im Stängel wohnt“, sagt die Botanikerin.
Zwei Meter breit ist der Weg und hat eine wassergebundene Deckschicht. Er ist ein reiner Wanderweg, weder für Reiter noch Radfahrer gedacht; Hunde sind an der Leine zu führen. Da auf den Weiden Highland-Rinder und Wasserbüffel grasen, wird der Wanderweg mit einem Weidezaun versehen. Mitte Dezember soll der Wanderweg fertig sein.

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