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Vom heimischen Gartenzaun zu WM-Gold in Südkorea geradelt

von Katja Lassen

Jorina Auktun und Katharina Cassebaum holten Gold bei der Weltmeisterschaft der Einradfahrer in Südkorea. Foto: privat

Seth (kf). Mit einem Jetlag und gleich zwei Medaillen im Gepäck, meldet sich Jorina Auktun aus Seth von der Einrad-Weltmeisterschaft (WM) aus Südkorea zurück.
Mit dem A- und B-Landeskader Schleswig-Holstein war die 18-Jährige vom 28. Juli bis 12. August in südkoreanischen Ansan in gleich mehreren Freestyle-Wettbewerben an den Start gegangen.
Im Individual (Einzel) belegte Jorina Auktun mit ihrer Kür „Rockstar“ den dritten Platz in der Alters­klasse 18. Sie war über ihre Bronzemedaille schon überglücklich. In der Disziplin „Paar plus 23“ trat sie zusammen mit Katharina Cassebaum aus Plön an und überzeugte die Jury mit der Präsentation und Technik beim Auftritt „Lazy Town“(gleichnamige Serie) so sehr, dass sich die beiden Sportlerinnen als Sportacus und Stephanie sogar die Goldmedaille sicherten.
In der Kleingruppe mit „Heros of the wood“ belegten die Sportlerinnen in der Altersklasse 15 plus den sechsten Rang, in der Großgruppe als „Indianer“ Platz 5.
„Mein Traum war es, zu einer WM zu fahren, dass ich jetzt auch noch mit zwei Medaillen belohnt wurde, ist fast zu schön um wahr zu sein“, so Jorina Auktun, die im Alter von vier Jahren am Gartenzaun ihres Elternhauses in Seth mit dem Einradfahren gestartet ist. Damals zweifelten ihre Eltern, Andrea und Wolfgang Auktun, noch, ob sich die Investition in ein Einrad wirklich lohne. Also wurde das erste Einrad vom eigenen Taschengeld gekauft. Im Alter von fünf Jahren begann Jorina dann bei den Sether Glitzerspeichen unter Trainerin Andrea Oestmann zu trainieren. Sie ist auch heute noch ihre Trainerin und froh darüber, dass Jorina sich für das Einradfahren, das bei der Setherin zur Leidenschaft geworden ist, entschieden hat. Trotz der vielen Jahre wird Jorina das Einradfahren nicht langweilig. „Es gibt  nie ein Ende, da man immer neue Sachen lernen kann“, sagt sie.
Das Einradfahren ist für sie ein guter Ausgleich für schulische  Anstrengungen. „Da kann ich mir den Kopf frei radeln“, sagt sie. Gleichzeitig engagiert sie sich in ihrem Verein, der SG Seth, als Trainerin für den Einrad Nachwuchs.
Auf die Frage, ob jetzt alles erreicht sei, antwortet sie: „Mehr geht immer. Ich werde weiter Medaillen sammeln“. 30 bis 40 Stück hängen bereits in ihrem Zimmer. Jetzt wo WM-Gold und Bronze dabei ist, hat ihr Vater versprochen, ihr etwas zum Aufbewahren zu bauen.
Jorina ist sich sicher: „Ohne die Unterstützung meiner Eltern wäre ich nicht so weit gekommen.“ Ihre Mutter Andrea hat ihr auch diesmal wieder das Kostüm für die WM selbst genäht und bemalt und für Fahrten zu Wettkämpfen und dem Training im Landeskader sind  einige Kilometer zusammen gekommen.Jorina wird bald ein Studium in Flensburg beginnen. Dort gibt es keine Einrad-Gruppe. Sie will dem Sport aber in jedem Fall treu bleiben. Auch wenn es als Kind leichter und unbeschwerter war. „Je älter man wird, um so mehr fährt der Kopf mit“, sagt sie. Der Ausflug nach Südkorea war ein Eintauchen in eine andere Welt mit einer völlig fremden Kultur. „Ich bin auch froh, wieder zuhause zu sein“, gesteht sie.

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