Aktuelles
COVID-19: Prävalenztestung an Bildungseinrichtungen:

Über 1.000 Tests – ein positiver Befund

von Gerald Henseler

Die Querschnittstestung von Mitarbeitern an Bildungseinrichtungen im Kreis Segeberg ergab nur bei einer Lehrerin einen positiven Covid-19-Befund. Foto: freepik

Bad Segeberg (em). Der Kreis Segeberg ist als einziger Flächenkreis neben den Städten Lübeck und Kiel an der ersten Testphase der Corona-Prävalenztestungen in Bildungseinrichtungen beteiligt gewesen. Im Kreis Segeberg wurden vom 11. bis 29. Juni bei fast 600 Beschäftigten an 35 Schulen rund 1.100 Abstriche genommen. Die über 1.000 Tests ergaben nur einen einzigen positiven Befund bei einer cirka 60-jährigen Schulbeschäftigten. Die Frau war zum Zeitpunkt der Testung symptomfrei und hatte während der Arbeit in der Schule glaubhaft die Abstandsregeln eingehalten und wo nötig ihre Mund-Nasen-Bedeckung getragen.

Einen Folgefall an der Schule gab es nicht. Im häuslichen Umfeld wurde eine enge Kontaktperson ermittelt und in Quarantäne gestellt. „Voraussetzung für eine Teilnahme war, dass die getesteten Personen keine neu aufgetretenen, mit COVID-19 zu vereinbarenden Krankheitszeichen hatten“, erläutert Dr. Boris Friege vom Infektionsschutz des Kreises Segeberg. Die Auswertung sei „nicht zeitkritisch“ erfolgt, so dass von Vornherein zwischen Abstrich und Analytik eine Verzögerung von mehreren Tagen als akzeptabel galt. Das bedeutet, dass es anders als bei üblichen Tests nicht um eine möglichst schnelle Auswertung der Ergebnisse ging.

Die Prävalenztestung fand im Auftrag des Gesundheitsministeriums Schleswig- Holstein statt und wurde mit Landesmitteln bezahlt. Koordiniert wurde sie vom Fachdienst Infektionsschutz des Kreises Segeberg, der dem Land im Vorfeld ein Konzept für die Testung an Schulen vorgelegt hatte. Ausgeführt wurden die Abstrichuntersuchungen von den engagierten Mitarbeitern des Studienzentrums am Forschungszentrum Borstel. „Ein sehr kompetenter Partner an unserer Seite“, sagt Landrat Jan Peter Schröder, der dem dortigen Team für die „hervorragende Zusammenarbeit“ dankt.

„Das Interesse an einer Teilnahme war erfreulich hoch“, so Dr. Friege, der bedauert, dass nicht alle Schulbeschäftigten, die mitmachen wollten, in dem kurzen Zeitintervall vor den Sommerferien in die Teststichprobe eingeschlossen werden konnten. Das Gros der getesteten Personen waren Lehrkräfte. Aber auch Mitarbeiter der Hausmeisterei, des Schulsekretariats, der Schulassistenz sowie Reinigungskräfte ließen sich testen. Das Alter der Testpersonen betrug im Mittel 47 Jahre. Von den getesteten Personen waren 495 Frauen (83 Prozent der Gesamtzahl) und 98 Männer (17 Prozent). Nicht alle Personen ließen sich zweimal testen. An der zweiten Testrunde eine Woche später nahmen noch 84 Prozent teil (501 Personen).

Getestet wurde an Grund- sowie an weiterführenden Schulen. Sechs Schulen waren mindestens zu einem Teil Förderschule. Bezogen auf die Testpersonen hatten 448 der Beschäftigten Bezug zu einer Grundschule, 182 zu einer weiterführenden Schule und 99 zu einer Förderschule.

Die große kreisangehörige Stadt Norderstedt grenzt direkt an das Bundesland Hamburg. Acht Schulen beziehungsweise die übrigen 440 Testpersonen und 27 Schulen als „ländlicher Raum“ beschrieben. Dies entspricht etwa drei Viertel der Getesteten.

„Bei der Prävalenztestung handelt es sich um eine Zahlenbetrachtung, nicht um eine wissenschaftliche Studie“, erklärt Dr. Friege. Daher sei der Kreis Segeberg mit hieraus abgeleiteten Aussagen grundsätzlich zurückhaltend. „Dennoch können vielleicht zwei Feststellungen getroffen werden. Erstens: Der Anteil positiver Testungen bei symptomfreien Personen ohne Bezug zu einem Risikogebiet oder Kontakt zu einer COVID-19-erkrankten Person war winzig, bezogen auf die Gesamtzahl der Tests und lag unter einem Promille. Zweitens:

Dass die sorgfältigen Ermittlungen im einzigen positiven Befund keinen Folgefall in der Bildungseinrichtung ergaben. Dies wäre mit der konsequenten Einhaltung der Abstandsregeln an der Schule gut erklärbar und unterstreicht der Wert des Abstandsgebotes.“

Derzeit erfolgt die viermalige Prävalenztestung von Erziehern und Kindern an Kindertagesstätten. Eine zweite Prävalenztestung an Segeberger Schulen soll nach den Sommerferien stattfinden.

Diesen Beitrag teilen:

Zurück