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Stilles Gedenken statt Gedenkfeier für Holocaust-Opfer

von Gerald Henseler

Stolpersteine, wie diese, erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Gedenkfeier, bei der an die an die Opfer des Nationalsozialismus gedacht wird, gibt es in Bad Segeberg wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht. Foto: ohe

 

Bad Segeberg (ohe). Mit Musik, Texten  und Worten des Erinnerns gedenken die Segeberger seit 2005 am 27. Januar den Opfern des Holocaust. Abwechselnd richten die Jüdische Gemeinde, die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde und die Stadt Bad Segeberg die Feierlichkeiten aus. „In diesem Jahr ist eine solche Feier nicht möglich“, bedauert Bürgervorsteherin Monika Saggau. Nicht einmal zu einer Mahnwache darf sie aufrufen. Denn Versammlungen sind aufgrund der Corona-Pandemie verboten.

Monika Saggau ist es wichtig, dass der 27. Januar 1945 nicht vergessen wird. An diesem Tag befreiten Soldaten der roten Armee  bis auf das Skelett abgemagerte Gefangene aus dem Konzentrationslager Auschwitz.

Für über sechs Millionen andere Opfer des Nationalsozialismus kam die Befreiung zu spät. Die meisten der Entrechteten, Gequälten und Ermordeten waren Juden. Aber auch Sinti, Roma, politische Gefangene, Jehovas Zeugen, Homosexuelle, Kranke und Behinderte waren Opfer der nationalsozialistischen Ideologie und kamen in den Vernichtungslagern ums Leben.

Die jüdische Gemeinde in Bad Segeberg hat ihre Synagoge seit einem Jahr durch Stacheldraht und Überwachungstechnik geschützt. Seit 1.700 Jahren leben Juden nachweislich in Deutschland. Das wird in diesem Jahr gefeiert. Jüdische Menschen verspüren in Deutschland wieder einen wachsenden Antisemitismus. Deshalb sind Gedenktage wie der 27. Januar wichtig.

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