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Stellwerk bietet intensive Hilfe bei der Suche nach einer Arbeitsstelle

von Dirk Marquardt

Henning Zeuge (li.) und Jan Brodzinski kümmern sich beim Stellwerk in Bad Segeberg intensiv um Arbeitslose. Die Einrichtung des Segebeger Jobcenters hat Standorte in Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Norderstedt. Foto: mq

Bad Segeberg (mq). Mut machen, Perspektiven aufzeigen, Bewerbungsstrategien entwickeln und einfach für die Arbeitslosen da sein – im Stellwerk erhalten Menschen, die einen Neuantrag auf Arbeitslosengeld II gestellt haben, eine intensive Betreuung. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Allein im vergangenen Jahr fanden von 446 Stellwerk-Kunden im Kreis Segeberg 213 eine Anstellung.
Kein Wunder, schaut man sich die Zahlen an. Während im Normalfall ein Mitarbeiter des Jobcenters 250 Kunden betreut, kümmert sich im Stellwerk ein Jobcoach um zwölf Arbeitssuchende. Die erhalten an den drei Standorten Bad Segeberg, Kaltenkirchen und Norderstedt eine intensive Begleitung. In Bad Segeberg sind es Jan Brodzinski und Henning Zeuge, die in den Räumen des Stellwerks in der Lübecker Straße 10 die Teilnehmer drei Mal in der Woche für jeweils drei Stunden begrüßen. Maximal acht Wochen lang dauert die Phase im Stellwerk.
„In einem Aufnahmegespräch werden Erwartungen, Wünsche und Ziele formuliert“, sagt Jan Brodzinski. Sind alle Unterlagen aktualisiert, geht es auf Jobsuche. Dabei nutzen die Jobcoaches auch direkte Kontakte zu Unternehmen, um Vorstellungsgespräche anzubahnen. Weiterbildungsmaßnahmen oder die Vermittlung von Praktika oder Probearbeitstagen gehören ebenfalls zum Programm.  „Dazu erfahren wir im Stellwerk auch von anderen Problemen der Teilnehmer. Schulden, gesundheitliche Probleme oder die Kinderbetreuung bei Alleinerziehenden können bei der Suche nach Arbeit behindern“, sagt Jan Brodzinski.
Henning Zeuge schätzt die Dynamik, die sich während des Coachings in Kleingruppen entwickelt. „Unser Teilnehmer-Spektrum ist sehr breit, reicht vom Akademiker bis zum Hilfsarbeiter. Aber alle helfen sich untereinander“, sagt der Jobcoach. „Wir können für alle drei Standorte des Stellwerks eine positive Bilanz für 2016 ziehen“, sagt Michael Knapp, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Segeberg.
Weitere Informationen bietet die neue Homepage www.stellwerk-segeberg.de

Aus einem Projekt wurde eine feste Einrichtung

Das Stellwerk ist eine Einrichtung des Jobcenters des Kreises Segeberg und wurde im Jahr 2014 als Projekt ins Leben gerufen. Vorbild war eine Einrichtung in den Niederlanden. Insgesamt werden 15.000 Menschen vom Jobcenter betreut, davon sind 10.000 erwerbsfähig. Im Jahr 2016 wurden 2.516 Menschen wieder in Arbeit, Ausbildung oder Selbstständigkeit gebracht, das entspricht einer Quote von 25 Prozent. Die Quote der Stellwerk-Kunden liegt wegen der intensiveren Betreuung bei 48 Prozent.
Das Stellwerk lässt sich nach den selben Kriterien zertifizieren, wie das Jobcenter von seinen Kooperationspartnern verlangt. Im April 2016 zogen die Mitarbeiter in die Lübecker Straße 10 um (gegenüber dem Rathaus). Neben den beiden Jobcoaches Jan Brodzinski und Henning Treue unterstützt Sabine Lohmann die Arbeit im Stellwerk.

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