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Nils Hinrichsen hat ein Buch geschrieben

Segeberger Teufel kehrt zurück

von Dirk Marquardt

Nils Hinrichsen (2.v.li.) hat ein Buch zum Segeberger Teufel geschrieben. Unterstützung erhielt er bei diesem Projekt von Klaus Schichan (li.), Gisela Knütter und Timm Specht. Foto: mq

Bad Segeberg (mq). Der Teufel, die Schwarze Margret, die Alte und weitere Figuren aus der Welt der Sagen haben früher in Bad Segeberg eine große Rolle gespielt. „Der Segeberger Teufel war bis in die 1970er Jahre ebenso ein Teil der Stadt wie der Kalkberg“, sagt Nils Hinrichsen. Der Historiker und Leiter des Museums Alt-Segeberger Bürgerhaus hat jetzt ein Buch herausgegeben, das dem Phänomen Segeberger Teufel auf den Grund geht.
„Heute sind diese Sagenfiguren in der Stadt kaum noch bekannt“, sagt Nils Hinrichsen. Dabei standen sie noch bei der von Klaus Knütter 1976 ins Leben gerufenen Segeberger Woche im Mittelpunkt. Damals war Klaus Schichan, 15 Jahre Stuntdarsteller bei den Karl-May-Spielen, spektakulär als Teufel unterwegs, sprang verkleidet vom Dach der Segeberger Zeitung oder flog an einer Strickleiter hängend per Hubschrauber über die Rennkoppel. Anfang der 80er Jahre fanden die Sagenfiguren mit der Änderung des Stadtfestkonzeptes keine Berücksichtigung mehr.
Der Gedanke, den Teufel in Bad Segeberger wieder „auferstehen“ zu lassen, kam bei den Vorbereitungen zum neuen Stadtfest von Ingo Micheel auf. Wie zum 875-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2012 ist das Straßentheater ein wichtiger Programmpunkt des Stadtfestes 2018 (siehe Text unten). „Da hatten wir die Idee, die Sagenfigur ins Theaterstück einzubauen“, sagt Nils Hinrichsen. Zunächst plante er, einen Flyer herauszugeben, um auf die his­torischen Hintergründe hinzuweisen. „Doch wenn man tiefer in das Thema eintaucht, ist es gespickt mit Überraschungen.“ So sammelte sich immer mehr Material an, weshalb sich Nils Hinrichsen entschloss, ein Buch zu schreiben. Mit Unterstützung von Timm Specht, der sich um die Gestaltung und den Druck kümmerte, ist jetzt das Buch mit dem Titel „Zum Teufel mit dem Teufel!“ erschienen – in einer Auflage von 200 Exemplaren und zum Preis von 6,50 Euro. Beim Stadtfest an diesem Wochenende wird das Buch an einem Stand verkauft. Auch im Museum ist es erhältlich.

Sagenhaftes Straßentheater

Zum Teufel heißt die diesjährige  Straßentheateraktion, erarbeitet von der Kultur-Akademie im Verein für Jugend- und Kulturarbeit im Kreis Segeberg, auf Initiative von Ingo Micheel, Veranstalter des Stadtfestes 2018. Die künstlerische Leitung hat Petra Köhler, Regisseurin und selbst Straßenperformerin.
Die Segeberger Sagengestalten Der Teufel (Figurenbau Zdenka Stein), die Schwarze Margret, die Schöne Bertha, der Priester Vicelin und die Alte sind wieder zum Leben erweckt. Da muss es schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich fast vergessene Gestalten der Segeberger Sagenwelt auf den Weg machen, um sich dem Publikum zu präsentieren. Mit dem Teufel im Bunde oder durch ihn manipuliert? Und gelingt es den bizarren Sagenfiguren, sich aus dem Bann des Teufels zu befreien und auf welche überraschende Methoden greifen sie dabei zurück?
In der Innenstadt wird am Sonnabend, 1. September, ab 14.30 Uhr und ab 17 Uhr vom Platz vor der Volksbank aus zum Marktplatz gespielt. An der Seepromenade treibt der Teufel sein Spiel am Sonntag, 2. September, ab 11.30 Uhr und ab 15.15 Uhr, beginnend vom hinteren Teil der Promenade nach vorne in Richtung des Cafés Goldmarie.

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