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Projekt Kurhausstraße: Großes Manko bei Barrierefreiheit

von Katja Lassen

Gelungener Projektabschluss: Die Oberstufenschüler der BFS.KAF17 nahmen für WfS die Kurhausstraße unter die Lupe und überreichten der Vorsitzenden, Marlis Stagat, nach erfolgreicher Präsentation ihre Ergebnisse.Foto: kf

Bad Segeberg (kf). „Das ist ein gelungener Projektabschluss, ich bin richtig stolz auf Euch“, sagte Marlis Stagat, Vorsitzende des Unternehmervereins Wir für Segeberg (WfS), als ihr die zwölf Berufsfachschüler der Oberstufenklasse Kaufmännische Assistenten (KA17) das Ergebnis ihrer vierwöchigen Projektarbeit überreichten. Mit dabei waren auch Bürgervorsteherin Monika Saggau und einige Stadtvertreter.
Aufgabe der Schüler war es, im Auftrag von WfS heraus zu finden, was aus Sicht von Unternehmern und Anwohnern getan werden muss, um die Kurhausstraße in Bad Segeberg attraktiver zu gestalten. Dabei sollte die Barrierefreiheit einen Schwerpunkt bilden. „Viele Dinge haben wir geahnt, die ihr jetzt belegt habt“, so Stagat. „Sie bilden jetzt die Grundlage, um damit weiter zu arbeiten.“
Während die Kurhausstraße die Gesamtnote vier erhielt, hätten die Schüler laut BBZ-Schulleiter Heinz Sandbrink für ihre Präsentation die Note eins verdient. „Toller Job, den ihr gemacht habt“, lobte er und in Richtung der Stadtvertreter betonte er: „Da sitzt Segebergs Zukunft.“
Bei ihrer Umfrage interviewten die Schüler sowohl Kunden und Passanten, Unternehmer und Mitarbeiter sowie Anwohner. Gern hätten sie auch Patienten und Besucher der Segeberger Kliniken befragt, was jedoch nicht möglich war. Dennoch gelang es ihnen, von 370 Menschen eine Meinung einzuholen. Als größtes Probleme der Kurhausstraße wurde die Parksituation genannt, gefolgt vom dichten und zu schnellen Verkehr, der Gefahr von Fuß- und Radwegen auf engem Raum sowie der fehlenden Sanierung. Es wurden mehr Mülleimer und öffentliche Toiletten gewünscht und in Sachen Barrierefreiheit gibt es noch reichlich zu tun. Hier kollidieren mögliche Lösungen nicht selten mit dem Denkmalschutz der historischen Häuser.
Mit einem Rollstuhl, den die Seniorenresidenz Haus Parkblick zur Verfügung stellte, machten die Schüler den Praxistest. Auf dem unebenen Fußweg fing der Rollstuhl an zu springen. Ausgerechnet beim Roten Kreuz scheiterten die Schüler an sehr vielen Treppen, das hatte die Engel Apotheke mit einer Kundenklingel besser gelöst. Hier erfuhren die Schüler auch, dass eine Rampe wegen des Denkmalschutzes nicht erlaubt sei. Beim SB-Center der Sparkasse Südholstein scheiterten die Rollifahrer an der Tür, die sich nur schwer öffnen ließ. Optimal gelöst hat dies das Parkcafé der Bäckerei Villwock mit einer automatischen Tür. Fußgängerampel seien für Blinde nur schwer passierbar, da das Vibrationssignal nur schwach oder gar nicht spürbar war. Hier rieten die Schüler zum akustischen Signal. Einige Stadtvertreter zeigten sich durchaus überrascht von den gesammelten Erkenntnissen.
Als Lösungsansätze gaben die Schüler ihnen die Einrichtung einer 30er-Zone oder Blitzeranlage und die Erneuerung der Verkehrswege mit auf den Weg. Fuß- und Radwege sollten nebeneinander erhalten bleiben sich aber farblich deutlich abheben, ein Parkhaus oder weitere Parkflächen könnten Unfallgefahren bannen und die Schaffung von Grünzonen und attraktivere Geschäfte den Wohlfühlfaktor steigern. Gute Ideen, die aber finanziert werden wollen. Das sollten, nach Auffassung der Schüler, alle Segeberger gemeinsam oder die Stadt Bad Segeberg. Spätestens hier dürfte das Projekt Kurhausstraße dann wohl wieder ins Stocken geraten.

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