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Polnische Musiker und Künstler zu Besuch in der Jugendakademie

von Laura Greiner

Malte Richert (17, Seedorf, v.li.), Anna Marit Blunde (13, Bimöhlen), Jette Stoltenberg (16, Schackendorf) und Lilia Ziegler (11, Bad Segeberg) musizierten gemeinsam in dem Projekt mit Christine Braun, Leiterin der Kreismusikschule Segeberg.

Bad Segeberg (lag). Ein lieblicher Chorgesang untermalt von sanften und weichen Klängen von Geige und Cello drang durch die Flure der Jugendakademie. „Wir legen hier Keime, deren Saat in der Zukunft aufgeht.“ Mit diesen Worten beschreibt Christine Braun, Leiterin der Kreismusikschule, das deutsch-polnische Musikprojekt. Sieben polnische Sänger und Sängerinnen im Alter von zwölf bis 17 Jahren aus Bad Segebergs Partnerstadt Zlocieniec waren über ein verlängertes Wochenende in der Akademie zu Besuch und musizierten gemeinsam mit sieben deutschen Jugendlichen. Die Gruppen übernachteten zusammen in der Jugendakademie, übten Stücke von Klassik bis Pop ein und präsentierten diese im Rahmen eines Abschluss-Konzertes.
Braun wollte mit dem Projekt gegenseitiges Verständnis auf- und eventuelle Vorurteile abbauen. Neben dem Aufbau neuer Freundschaften über die Sprache der Musik war ihr auch der Synergieeffekt des vernetzten Lernens sehr wichtig: „Das, was man hier lernt, kann man in keinem Buch der Welt lernen!“ Bereits im Herbst letzten Jahres waren die deutschen Streicher in Polen zu Gast und lernten dort die Sänger kennen, machten bereits gemeinsam Musik und hielten den Kontakt. So wurde das neue Projekt ermöglicht, das auch bei den jungen Teilnehmern gut ankam. Jette Stoltenberg aus Schackendorf fand es spannend, andere Nationalitäten kennenzulernen und von ihren Teamkollegen zu lernen. Vor allem die Musik in der Gemeinschaft machte der 16-Jährigen Spaß: „Ich finde es schön, in der Gruppe zusammen zu musizieren.“
Während die Klänge von Geige, Gitarre und Cello den Raum erhellten, widmeten sich ein paar Räume weiter zeitgleich sieben Bildende Künstlerinnen der Tonkunst. Drei polnische und vier deutsche Fachkräfte erlernten vom iranischen Künstler Mehdi Azimi Aref aus Bebensee künstlerische und pädagogische Fertigkeiten für die Anleitung von Tonarbeitskursen. In der Fortbildung mit dem Titel Arbeiten mit Ton  stand das Erstellen von Reliefs im Mittelpunkt. Neben eigenen Werken und einer gemeinschaftlichen Tonarbeit fertigten die Teilnehmer zu Beginn ihres dreitägigen Kurses ein langes Wandbild aus vielen unabhängig voneinander entstandenen und anschließend zusammengefügten Einzelteilen. Die Symbolik im Bild wird deutlich. Beide Länder sind über die Kunst in Kontakt gekommen und haben sich angenähert. „Das künstlerische Schaffen soll auch zusammenführen!“, so Co-Leiterin Antje Wilkening. Diese Zusammenführung habe so gut geklappt, dass der geplante Übersetzer gar nicht mehr nötig gewesen war, bemerkte Sabine Lück, Leiterin der Kulturakademie Segeberg. Auch Lück freut sich über den Erfolg des Konzeptes: „Über die Sprache der Kunst ist Teamarbeit entstanden.“
Teilnehmerin Nine Winderlich gefiel die spannende und abwechslungsreiche Arbeit mit Ton. Die freie Künstlerin hat sich der Malerei und den Papierobjekten gewidmet, besitzt auch ein eigenes Atelier in Rotenhahn und hat sogar bereits in China ausgestellt. Die gelernte Grafikdesignerin findet ihre erste richtige Tonarbeit sehr spannend, hier könne man mal fein, mal grob und vor allem weicher und detaillierter arbeiten. Auch der Austausch zwischen den Künstlern sei toll gewesen und der Input von Kursleiter Mehdi Azimi Aref „total klasse“. So hat das gesamte deutsch-polnische Projekt sein Ziel nicht verfehlt und über unterschiedliche Arten der Kunst verschiedene Nationalitäten zusammengeführt.

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