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Plön, Segeberg und Neumünster verwerten Bioabfällen gemeinsam

Mit alkohlfreiem Sekt stießen Dr. Beatrix Klüver (WZV, Segeberg), Landrätin Stephanie Ladwig (Plön)und Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras (Neumünster) auf die neue Vereinbarung zur Bioabfallverwertung an. Foto: ohe

Neumünster (ohe). Die Entwicklung in der Bioabfallverwertung stellt die Verwerter vor neue Herausforderungen. Sie müssen Fremdstoffe aus dem Bioabfall entfernen , um einen reinen Kompost zu schaffen. Zudem müssen sie sicherstellen, dass Landwirte ihren Kompost weiter gern nutzen. Die neue Gülleverordnung erlaubt Landwirten die Kompostnutzung nur noch, wenn er nicht schon zu viel Gülle, Gärreste oder ähnlichen Wirtschaftsdünger verwendet.
Die Stadt Neumünster und die Kreise Segeberg und Plön wollen diese Probleme gemeinschaftlich lösen. Kurz vor Weihnachten unterzeichneten Dr. Beatrix  Klüver als kommissarische Verbandsvorsteherin des Wege-Zweckverbandes (WZV), die Plöner Landrätin Stephanie Ladwig und Neumünsters Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit. Alle drei Gebietskörperschaften beteiligen sich von Beginn des neuen Jahres an der Bio-Abfall-Verwertungsgesellschaft (BAV).
Schon 2010 hatten sich die Stadt Neumünster und der Kreis Segeberg in der BAV zusammengeschlossen. Der Kreis Plön kommt mit dem Jahreswechsel hinzu. Bereits seit Jahren liefert der Kreis Plön Bioabfälle zur Kompostierungsanlage nach Neumünster.  Mit der Beteiligung an der BAV will der Kreis Plön sicherstellen, dass dies auf längere Sicht so bleibt. Die Abfallwirtschaft Kreis Plön müsste ansonsten die Bioabfallverwertung europaweit ausschreiben.
Die BAV betreibt im Wertstoffzentrum der Stadtwerke Neumünster (SWN) eine Kompostierungsanlage. Die BAV will diese in naher Zukunft durch einen Neubau ersetzen. Die Pläne dafür liegen bereits vor. BAV-Geschäftsführer Dr. Norbert Bruhn-Lobin schätzt die Kosten auf mindestens 15 Millionen Euro. Die neue Anlage soll im Süden des Wertstoffzentrums entstehen.  Damit ist sie weiter von der Wohnbebauung entfernt.
Teil der neuen Kompostierungsanlage soll eine Biogasanlage sein. Bislang nutzt die BAV die  Bioabfälle nicht zur Energiegewinnung. Zur Zeit liefert der Kreis Segeberg mit 25.000 Tonnen jährlich den Löwenanteil der Bioabfälle. Aus dem Kreis Plön kommen etwa 15.000 Tonnen Bioabfall, aus Neumünster 8.000 Tonnen.
Zur Zeit werden in der Kompostierungsanlage getrennt gesammelte Bioabfälle und Gartenabfälle verwertet. Die Anlage hat einen maximalen jährlichen Durchsatz von 30.000 Tonnen. Daraus entstanden 13.000 Tonnen Frischkompost. Etwa 10.000 Tonnen Bioabfall werden auf andere Behandlungsanlagen in Lübeck und im Kreis Rendsburg-Eckernförde gebracht.
„Wir sind stolz darauf, dass sich die Zusammenarbeit im laufe der Jahre so positiv entwickelt hat“, erklärte Dr. Beatrix Klüver bei der Vertragsunterzeichnung in Neumünster. Sie glaubt, dass der Zusammenschluss auch einen Mehrwert für die Bürger schafft. Denn gemeinschaftlich können die  drei Partner die Kosten für die Abfallverwertung reduzieren.

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