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Plattdeutsches Theater mit der Sebarger Speeldeel

von Laura Greiner

Die Sebarger Speeldeel im Einsatz auf der Bühne (v.li.): Helmut Lang (Klein Rönnau), Johannes Hassmann (Traventhal), Dietmar Wolgast (Bad Segeberg) und Nele Traber (Wensin). Foto: lag

Bad Segeberg (lag). Schon seit 1939 trägt die Theatergruppe Se­barger Speeldeel zum Erhalt der plattdeutschen Sprache bei und begeistert mit ihren unterhaltsamen Stücken Jung und Alt. In der dies­jährigen 74. Spielzeit bringt das 14-köpfige Team unter der Regie von Hinnerk Saara in dree Törns, in drei Akten, die Komödie Dree niege Froons för Wotan auf die Bühne.
Wotan wurde von seiner Frau verlassen und sein Sohn Maurice quartiert ihn daraufhin in eine freie Seniorenwohnung ein. Drei Damen der Hausgemeinschaft nehmen ihn schnell mit ihren ganz speziellen Methoden und Vorlieben in ihre Mitte. Die Komödie von Bernd Spehling, der versuchen will, sich das Stück auch anzuschauen, bietet interessierten Besuchern an zwölf Terminen die Möglichkeit, die plattdeutsche Sprache auf komödiantische Art und Weise zu erleben.
Silke Müller aus Bad Segeberg spielt Wotans Frau. Die 61-Jährige ist seit 33 Jahren fester Bestandteil des Ensembles und legt sehr viel Wert darauf, dass Plattdeutsch nicht in Vergessenheit gerät: „Wir möchten gerne, dass die plattdeutsche Sprache erhalten bleibt!“ Sie möchte auch junge Leute erreichen, auch wenn diese die mittlerweile in den Hintergrund geratene Sprache nicht sprechen können. Und wie geht das besser, als auch junge Schauspieler als Vorreiter in seinen Reihen zu haben. Nele Traber aus Wensin ist 21 Jahre alt und damit die Jüngste im Bund. Zu der Sebarger Speeldeel ist sie durch ihren auch öfter Theater spielenden Vater gekommen. Momentan hat sie viel zu vereinen. Neben den Proben für das aktuelle Stück steckt sie mitten in ihrer Zwischenprüfung ihrer Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Doch das Theater sei das perfekte Gegenelement zum Lernen, man könne den Kopf so gut frei kriegen: „Ich kann hier gut abschalten. Besonders Spaß macht es ihr, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.
Die älteste Schauspielerin ist Rita Idselies. Die 74-Jährige ist seit zwölf Jahren dabei und hat Plattdeutsch schon im Kindesalter kennengelernt, durfte es als Kind nur nicht sprechen. Heute genießt sie die sprachliche Abwechslung auf der Bühne. Das Autohaus Olbert hat der Theatergruppe ihre Räumlichkeiten für die Proben zur Verfügung gestellt. Dafür ist die Speeldeel sehr dankbar. Im letzten Jahr fanden die Proben in der alten Tennishalle statt, neben fehlender Heizung habe es dort sogar reingeregnet. Dieses Jahr sind die Umstände gut, die Proben laufen zufriedenstellend, und die Schauspieler sind glücklich: „Nu löpt dat un dann bringt uns dat bannigen Spooß“, so Wotan-Darsteller Dietmar Wolgast aus Bad Segeberg, der mittlerweile bereits sein zwölftes Stück spielt. Der 56-Jährige ist mit der plattdeutschen Sprache groß geworden und spricht sie auch gerne privat. „Wenn ich jemanden habe, der sie versteht“, setzt er augenzwinkernd hinzu.
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 Die Sebarger Speeldeel ist eine kleine Familie, die auch gerne mal ihre Freizeit gemeinsam verbringt. So steht jedes Jahr eine dreitägige Reise mit Eigenbeteiligung an, die die Gruppe schon nach Kühlungsborn, Rügen oder auf den Darß geführt hat. Nun führt sie ihre Reise aber erst einmal auf die Bühnen Segebergs. Am Sonnabend, 10. November, feiert das Stück um 20 Uhr seine Premiere in den Segeberger Kliniken. Dort tauchen die Schauspieler dann vor Publikum in ihre Rollen ein. Man würde sie direkt leben, so Maurice-Darsteller Johannes Hassmann aus Traventhal: „Man leevt de Rull op de Bühne!“ Am Donnerstag, 8. November, um 16 Uhr verlost Basses Blatt zwei Karten für die Premieren-Vorstellung (Telefon 04551/990027).

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