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Neue App Integreat startet in sieben Sprachen

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Landrat Jan Peter Schröder (Mi.) drückte zusammen mit dem Team Integration der Kreisverwaltung, den App-Testerinnen und -Testern sowie Fritjof Knier von Digital Factory den roten Buttons, womit die Integreat-App offiziell freigegeben wurde.Fotos: Sabrina

Bad Segeberg (em). Die Testerinnen und Tester kommen aus der Türkei, Syrien und Afghanistan. Sie sind sich einig: Die neue mehrsprachige Integreat-App des Kreises Segeberg ist ein echter Gewinn. „Wir möchten damit Menschen mit Migrationshintergrund beim Ankommen und Leben hier bei uns unterstützen“, sagte Landrat Jan Peter Schröder gestern im Rahmen der offiziellen Online-Freischaltung. Die bereits in anderen Bundesländern erfolgreich genutzte App hat es somit nun auch in den hohen Norden geschafft „und wir sind sehr stolz darauf, dass wir die erste Kommune in Schleswig-Holstein sind, die auf diese Weise einen Beitrag zur Integration leisten möchte“, so der Landrat weiter.
Was ist eine Kita? Wie finde ich in Deutschland eine Arbeit? Wofür gibt es die Krankenkasse? Und was bedeutet Mülltrennung? Auf diese und zahlreiche weitere Fragen liefert die App ihren Nutzerinnen und Nutzern künftig Antworten. Und das auf Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Spanisch, Türkisch und Polnisch.
„Die App soll Beratungsangebote nicht ersetzen, aber sie soll Unterstützung und Wegweiser sein – direkt am Anfang, aber auch in den Folgemonaten und Jahren nach der Ankunft in Deutschland“, sagte Neele Martens von der Kreisverwaltung.
Viele Monate haben Martens und ihr Team Integration an Integreat gearbeitet: Gemeinsam werteten sie beispielsweise aus, welche Bevölkerungsgruppen im Kreis besonders stark vertreten sind. Und sie verständigten sich auf Fragen, die in einer solchen App unbedingt beantwortet werden müssen. Tatkräftige Unterstützung gab es dabei von der Tür an Tür – Digital Factory gGmbH aus Augsburg, einer Berater- und Dienstleister-Firma für Digitalisierungsprojekte im öffentlichen und sozialen Sektor. Das Ergebnis ist nun die App Integreat, die auch als Webversion und offline zur Verfügung steht, und Geflüchtete und Immigranten über lokale Beratungsangebote, Anlaufstellen und Kontaktmöglichkeiten informiert – im Idealfall tagesaktuell, sagte Fritjof Knier von Digital Factory.
„Die ersten zwei bis drei Jahre braucht man wirklich Hilfe“, sagte Walid Aish. Das wisse er aus eigener Erfahrung. Dem syrischen Lehrer gefällt die Themenauswahl der App. Außerdem findet er es gut, dass jeder sofort Informationen in seiner Muttersprache finden kann. Das erleichtere das Ankommen in Deutschland sehr.
Zudem könne die App dazu beitragen, die deutsche Sprache zu lernen. „Am besten die Texte erst auf Deutsch lesen und dann in der Muttersprache – zur Kontrolle, ob man alles richtig verstanden hat“, empfahl er.
Das sieht auch die Afghanin Shamsia Azarmehr so. Als sie vor vier Jahren nach Deutschland kam, sprach sie kein einziges deutsches Wort. „Da wäre eine App wie Integreat sehr hilfreich für mich gewesen.“ „Wir brauchen eine Anleitung für Deutschland“, ergänzte der türkische Richter Önder Yildiz. Er lebt seit rund zwei Monaten in Deutschland und die App habe ihm schon das eine oder andere Mal weitergeholfen.
„Ein wichtiger Bestandteil von Integration ist Information“, sagte Landrat Jan Peter Schröder. „Unser Ziel ist es, den Menschen, die zu uns in den Kreis kommen und eine ganze Zeit bei uns bleiben werden, bei ihrem Neustart zu unterstützen.“
Mehr dazu erfährt man unter www.integreat-app.com.

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