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Netzwerkpartner verhelfen Menschen mit Behinderungen zum Arbeitsplatz

von Katja Lassen

Arbeiten gemeinsam an dem Ziel, Menschen mit Behinderungen in sozialversicherungspflichtige Arbeit zu bringen: Kreisbehindertenbeauftragte Jutta Altenhöner, Stefan Stahl und Michael Knapp vom Jobcenter Kreis Segeberg sowie Dr. Wolfgang Arnhold, Koordinato

Bad Segeberg (kf). Von einem Netzwerk versprechen sich die Partner gegenseitige Synergieeffekte in der Zusammenarbeit.  So auch das Jobcenter Bad Segeberg, das jetzt offiziell dem Netzwerk Inklusion Kreis Segeberg 2.0 beitrat, mit dem Ziel, Menschen mit Behinderungen besser in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu verhelfen.
„Unser gemeinsames Ziel ist, dass Menschen mit Behinderungen am allgemeinen Arbeitsmarkt ihr eigenes Geld verdienen. Sie sollen dort arbeiten, wo auch Menschen ohne Behinderung arbeiten.“, sagt Michael Knapp, Geschäftsführer des Jobcenters Kreis Segeberg bei der Vertragsunterzeichnung mit Dr. Wolfgang Arnhold von der Lebenshilfe als Koordinator des Netzwerks Inklusion Kreis Segeberg. Letzterer fungiert ebenso als Ansprechpartner, wie Stefan Stahl vom Jobcenter Bad Segeberg. Dieser bringt für das Jobcenter die Fachberatungskompetenz für das Erschließen von Arbeitsplätzen und die Sicherung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse ein, während die Lebenshilfe insbesondere bei der Identifikation von geeigneten Menschen mit Behinderung und bei der Betreuung auf dem Weg in den Job hilft.
Wenn von Menschen mit Behinderung die Rede ist, sind nicht nur körperliche Beeinträchtigungen gemeint. Ein Großteil der Arbeitssuchenden sähe man die Behinderung rein äußerlich nicht an. Sie hätten nicht selten psychische Beeinträchtigungen, wie zum Beispiel Depressionen und bipolare Störungen.
Das Jobcenter Kreis Segeberg mit seinen Standorten in Norderstedt, Kaltenkirchen und Bad Segeberg betreut 4.150 Arbeitslose, von denen 208 arbeitssuchende Schwerbehinderte sind. Im Vorjahr sei es gelungen, 70 dieser Menschen in den Arbeitsmarkt zu bringen, so Knapp. „Durch die Netzwerkarbeit soll diese Zahl erhöht werden“, beschreibt Stefan Stahl das Ziel der Zusammenarbeit. „Denn laut Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention haben Menschen mit Behinderung ein Recht auf Arbeit“, betonte Dr. Arnold. Unternehmen mit Reserven sollten Menschen mit Behinderung einstellen, vielen sei nicht bekannt, dass es attraktive staatliche Förderprogramme gäbe. „Dabei könnten Menschen mit Behinderungen durchaus die gleiche Leistung erbringen“, so die Behindertenbeauftragte des Kreises Segeberg, Jutta Altenhöner.
Zukünftig möchten die Netzwerkpartner neue Projekte für den Kreis Segeberg entwickeln und dabei auch ihr gutes Netzwerk in die Wirtschaft nutzen. Vor allem aber hoffen die Partner auf ein neues Förderprogramm des Bundes, das Jobcentern und Rentenversicherungsträgern bis 2022 mit einem Gesamtvolumen von jeweils 500 Millionen Euro zur Verfügung steht. Unter dem Namen RehaPro „sollen dann insbesondere neue Ansätze zur Unterstützung von Menschen mit komplexen gesundheitlichen, psychischen und seelischen Unterstützungsbedarfen oder beginnenden Rehabilitationsbedarfen erprobt werden sowie die Zusammenarbeit der Akteure im Bereich der medizinischen und beruflichen Rehabilitation weiter verbessert werden“, heißt es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Wir hoffen auf eine nennenswerte Summe für den Kreis Segeberg“, so Stahl.

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