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Naturschönheit Streuobstwiese in Stubben

von Katja Lassen

Immer wieder kann sich Detlev Rohwedder an dem naturschönen Lebensraum Streuobstwiese hinter dem Haus in Stubben erfreuen. Neben der wechselnden Blütenpracht beobachtet er auch viele verschiedene Tierarten und freut sich, wenn die noch jungen Obstbäume er

Stubben (kf). Schon der große Bauerngarten hinter dem nicht mehr bewirtschafteten alten landwirtschaftlichen Gebäude von Brigitte Schacht und Detlev Rohwedder in Stubben, den die beiden Hobbygärtner und Selbstversorger naturnah bewirtschaften, ist ein Traum.

Hübsch und mit Bedacht angelegt blühen überall Stauden, etliche Gemüse- und Kräuterbeete sowie Obstbäume versprechen eine reiche Ernte und immer wieder laden Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. Das wissen vor allem Vögel und Insekten zu schätzen. Und wenn man glaubt, am Ende des wunderschönen Gartens angekommen zu sein, dann irrt man und staunt über die Naturschönheit einer Streuobstwiese.

Sie ist Teil des NABU-Projekts Blühendes Schleswig-Holstein – Neue Streuobstwiesen braucht das Land, das dank Sponsoren gefördert werden kann und an dem sich Brigitte Schacht und Detlev Rohwedder aus Überzeugung mit ihrer 0,9 Hektar großen Fläche beteiligten.

Im November 2018 wurden insgesamt 40 alte historische Obstbäume gepflanzt, darunter alleine 22 Apfelbäume mit 18 verschiedenen Sorten, vier Kirschbäume, acht Birnen und sechs Zwetschgen. Die hochstammigen Obstbäume deren Krone ab einer Höhe von 1,80 Meter anfängt sind durch einen Dreibock-Dammwildschutz gegen Wildverbiss geschützt und müssen vor allem in den ersten zehn Jahren durch entsprechenden Schnitt gepflegt werden. Dafür hat Detlev Rohwedder über den Nabu an einem Schnittkurs teilgenommen und viele informative Unterlagen an die Hand bekommen. „Man lernt unheimlich viel“, sagt er.

Rund um die noch jungen Obstbäume breitet sich derzeit eine wunderschöne Blütenpracht aus.  Denn im Frühjahr 2019 wurden hier über die vom Land Schleswig-Holstein geförderte Aktion Schleswig-Holstein blüht auf 45 Kilogramm Saat ausgebracht, die 30 verschiedene Saaten enthält, darunter 25 Blühpflanzen und fünf verschiedene Gräserarten. Jetzt blühen unter anderem Margeriten, Kuckuckslichtnelke, echtes Labkraut, die Wiesenflockenblume, Schafgarbe , echte Möhre und Gamander-Ehrenpreis neben rotem Strauch- und Zittergras und bieten Insekten, Vögeln, Fledermäusen und diversen Kleintieren wie Igeln und Wieseln aber auch Damwild einen Schutz-, Nahrungs- und Lebensraum. Insgesamt beheimatet eine Streuobstwiese bis zu 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzen-arten. Für Detlev Rohwedder ein grünes Klassenzimmer, denn immer wieder entdeckt er seltene Schmetterlinge oder Käfer aber auch Pflanzen, deren Namen er dann in einem Buch nachschlägt. So freute er sich unter anderem über den besonders geschützten Nashornkäfer oder einen C-Falter, die er beide in einem Foto festgehalten hat. „Die Saat ist so ausgelegt, dass nicht immer alles gleichzeitig blüht, sondern den Insekten über das Jahr eine möglichst lange Blühperiode geboten wird“, sagt Detlev Rohwedder. So wird er Anblick  der Streuobstwiese nie langweilig, denn die Naturschönheit wechselt ständig ihr Aussehen und schließt gleichzeitig eine kleine Pflanzlücke im Streuobstwiesenbestand in Schleswig-Holstein.

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