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Biotopsanierung in Schönbökens Lindenallee hat begonnen

Mehr Vitalität durch weniger Äste

Bürgermeister Manfred Markmann, seine Stellvertreterin Heidemarie Scheel, Landrätin Stephanie Ladwig und Dr. Holger Gerth, Vorsitzender des Naturschutzvereins Ruhwinkel (v.li.) betrachten die Lindenallee. Fotos: ohe

Ruhwinkel-Schönböken (ohe). Mit ihren 235 Bäumen auf 1.200 Meter Länge zählt die Lindeallee in Schönböken zu den schönsten Alleen im Land. Der Schleswig-Holsteinische Heimatbund zeichnete das eingetragene Naturdenkmal als „schöne Allee“ aus. Auch wenn beim Laubharken im Herbst so mancher Anlieger flucht, die Schönbökener lieben ihre Allee. „Durch die Allee zu fahren, heißt nach Hause kommen“, sagt Bürgermeister Manfred Markmann.
Damit das 162 Jahre alte Naturdenkmal auch noch künftige Generationen erfreut, muss jetzt etwas getan werden. „Die Baumkronen leiden an Spitzendürre. Das bedeutet einen Vitalitätsrückgang“, sagt  Baumtechniker Walter Buenstorf. Der Baumschulgärtner ist seit 35 Jahren in der Baumpflege tätig und weiß was zu tun ist. „Wenn die Blätter unten größer sind, als in der Spitze, ist das ein Alarmzeichen“, sagt Buenstorf. Er will in den Baumkronen Paralleläste entfernen. Die geringe Anzahl von Ästen soll dann zu einer besseren Versorgung der Krone führen.
Zwei Monate lang wird Buens­torf mit seinem Team jeden   Baum der Allee beschneiden, den Zustand und seine Arbeit dokumentieren. Landrätin Stephanie Ladwig fuhr zusammen mit dem Baumtechniker im Hubwagen bis in die 30 Meter hohen Baumwipfel. „Man kann deutlich erkennen, wie sich der Zustand der Bäume von unten nach oben hin verschlechtert“, berichtet die Landrätin  nach ihrer Rückkehr auf dem Boden.
Zuletzt war die Allee 1996 saniert worden. Seit zwölf Jahren bietet der Naturschutzverein Ruhwinkel Patenschaften für die Linden in der Allee an. 5.000 Euro hat der Verein gesammelt. Sie fließen mit in die insgesamt 75.000 Euro teure Biotopsanierung ein. Jeweils 30.000 Euro zahlen die Gemeinde Ruhwinkel und die Umwelt-Lotterie Bingo. Mit 10.000 Euro beteiligt sich der Kreis an der Maßnahme.
Das ehrenamtliche Engagement des Naturschutzvereins Ruhwinkel war eine wesentliche Voraussetzung  für die Förderung durch die Umweltlotterie. Bei einem Fest informierte der Verein am Freitagabend über die Sanierungsarbeiten. Die Expertin Dorothea Barre berichtete dabei über die Vielfalt der dort lebenden Fledermäuse. Wie bedeutend das Biotop in der ansonsten strukturarmen Gutslandschaft um Schönböken ist, zeigen die  Luftaufnahmen. Mit Hilfe einer Drohne fotografierten Vereinsmitglieder die Allee von oben.

Schnurgerade führt die Lindenallee von der B 430 auf das Torhaus des Gutes Schönböken zu. Foto: Naturschutzverein Ruhwinkel

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