Aktuelles
Charlie Chaplins Segelschiff liegt in Latendorf auf dem Trockenen

Marode Planken mit eindrucksvoller Geschichte

Auf diesem Schiff heiratete Charlie Chaplin. Heute liegt es in der Werft von Kurt Scharlibbe (re.). Mit Freunden wie Dr. Hubert Geuer und Frau Judith will er den Zweimaster bewahren und wieder fit machen. Foto: ohe

Latendorf (ohe). Es ist ein wahrer Schatz, den Kurt Scharlibbe auf seinem Hof beherbergt. Dort, wo er bis 2002 noch die Maissilage für seine 135 Milchkühe lagerte, hat der Landwirt  heute seine eigene Museumswerft. „Das ist die Cleone, das Segelschiff von Charlie Chaplin“, erzählt Kurt Scharlibbe. Der 21 Meter lange Zweimastsegler hat schon bessere Zeiten gesehen. Jede Planke ist rott, die Masten fehlen.
„Das Ding ist eigentlich eine Nummer zu groß für uns“, meint Scharlibbe. Gemeinsam mit dem heutigen Schiffseigner Michael Heidelmann aus Bordesholm und einigen anderen Freunden und Förderern baut er den Segler wieder auf. Geplant war, die Yacht zu ihrem 100. Geburtstag im Jahr 2019 wieder seefest zu haben. doch daran glaubt Scharlibbe nicht mehr. „Wir sind eine Wohlfühlgemeinschaft“, sagt der pensionierte Landwirt. Die Zeiten, da er Tag für Tag von früh bis spät geackert hat, sind vorbei. Der 65-jährige geht die Dinge heute ruhig an. „Manchmal braucht es einen, der etwas bewahrt, damit es später andere zu Leben erwecken können“, sagt Scharlibbe.
In der Werft im ehemaligen Fahrsilo herrscht trotzdem kein Stillstand. Vieles hat sich getan, seit der Transporter die Cleone 2003 von Borkum nach Latendorf  brachte. Viele Maschinen und Spezialwerkzeug haben die Freunde der Cleone angeschafft. Sie haben den gesamten Rumpf eingerüstet.
Rote Striche auf den Planken zeigen an, wo die neuen Spanten sitzen sollen. Einen hat Kurt Scharblibbe bereits fertig. Doch zunächst wollen die Hobby-Schiffsbauer den Kiel ersetzen. Das Holz dafür liegt schon vorgefertigt neben dem Schiffsrumpf. „Bis auf den Steven werden wir alle Holzteile ersetzen müssen“, glaubt Kurt Scharlibbe.
Das Holz für die Masten schwimmt bereits in der Osterau. Wenn das Holz feucht liegt, wird es haltbar“, erklärt Kurt Scharlibbe. In einer stürmischen Vollmondnacht im Februar haben die Hobby-Schiffsbauer die beiden 37 Meter hohen Douglasien geschlagen. „Das ist Mondholz“, sagt der Landwirt. Während der Vollmondnächte im Februar führen die Bäume am wenigsten Saft. Daher gilt ihr Holz als besonders stabil.
Die Freunde der Cleone haben auch einen Fachmann zu Rate gezogen. „Den armen Mann musste ich nervlich wieder aufbauen“, schmunzelt Kurt Scharlibbe.
Rentabel ist die Restauration  des alten Zweimasters keinesfalls. Der Wert des Seglers liegt in seiner Geschichte. Auf dem Deck der Gaffelketsch heiratete Charlie Chaplin 1936 seine dritte Ehefrau Paulette Goddard. Benjamin Chaplin, der Halbbruder des Schauspielers und Regisseurs, gewann mit dem Segelschiff in den 1920er Jahren zwei Mal die Transatlantik-Regatta zwischen England und New York.
Zuletzt gehörte das Schiff dem niederländischen Künstlerpaar Gemma Hermanns und Louk Kaelen. Die Glasmalereien an den Bullaugen gehören zu ihren kreativen Hinterlassenschaften an der Cleone. Als sie sich auf Borkum niederließen, verkauften sie das Schiff.


Besucher  willkommen
Kurt Scharlibbe heißt Interessierte gern in seiner Museumswerft willkommen. Besuchergruppen können sich unter der Rufnummer 0172/7509465 bei ihm anmelden.

Diesen Beitrag teilen:

Zurück