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Mähroboter nicht nachts laufen lassen

von Gerald Henseler

Tierschützer Gerd Nagel liebt seinen Mähroboter, würde ihn aber nie nachts oder ohne Aufsicht laufen lassen. Denn immer wieder kommt es zu tragischen Unfällen mit Kleintieren.

Bockhorn (ohe). Auf seinen Mähroboter möchte Gerd Nagel aus Bockhorn nicht wieder verzichten. „Das ist eine meiner besten Anschaffungen“, sagt der Inhaber einer privaten Igelauffangstation. Doch Nagel kennt auch die Gefahren, die von den autonomen Mähern ausgehen.

„Man sollte die Mähroboter nie nachts oder in der Dämmerung laufen lassen“, sagt Gerd Nagel.  Denn dann werden die automatisierten Mäher schnell zu gefährlichen Killern von Kleintieren. Verschiedene Hersteller werben damit, dass ihre fast lautlos arbeitenden Roboter selbst in Wohngebieten nachts arbeiten dürfen. „Nachts und in der Dämmerung sind viele Tiere in unseren Gärten unterwegs, die von den Gartenbesitzern oft gar nicht bemerkt werden“, meint Gerd Nagel. Ausgewachsenen Igel können die sensibleren Modelle der elektronischen Helfer zwar nichts anhaben, doch für Frösche, Mäuse, Schlangen und andere Kleintiere bedeuten sie oft den Tod. „Die Tiere sind diesen Geräten wehrlos ausgeliefert und verenden teilweise mit unsäglichen Schmerzen im Verborgenen“, sagt Tina Benndorf aus Molfsee, die zusammen mit Gerd Nagel über die Gefahren von Mährobotern aufklären möchte.

Gerd Nagel hat seinen Mähroboter so programmieren lassen, dass dieser nur zwischen 11 und 16 Uhr läuft. Bevor das Mähprogramm automatisch startet, geht er die Ränder der zu mähenden Fläche ab und schaut nach versteckten Tieren. Gärten gehören in Wohngebieten zu wichtigen Rückzugsgebieten für viele Kleintiere.

Nicht alle Mähroboter reagieren gleich sensibel. „Manche überrollen sogar ausgewachsene Igel“, weiß Gerd Nagel. Vom Kauf dieser Modelle rät er ab. Bei sensibleren Robotern kommen erwachsene Igel mit einem Schrecken davon. Wie lange dieser andauert, das hat den Igelexperten selbst überrascht. Eine Dame aus Hartenholm hatte den Experten zu Hilfe gerufen, weil ihr Mähroboter vor einem reglosen Igel gestoppt hatte. Verletzungen trug der Igel nicht davon. „Es dauerte 36 Stunden bis sich der Igel wieder ausrollte“,erzählt Gerd Nagel, der das Tier in seine Auffangstation geholt hatte.

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