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Luca App soll schneller aus dem Lockdown helfen: Schluss mit der Zettelwirtschaft

von Gerald Henseler

Sina Wannick registriert sich beim Bucheinkauf mit der Luca App. Ihr gefällt, dass die Daten anonym bleiben. Foto: ohe

Bad Segeberg (ohe). Die Sehnsucht nach einem einigermaßen normalen Leben wächst. Auf dem Weg zu mehr Lockerungen setzen Städte und Kommunen sowie Einzelhändler und Gewerbetreibende jetzt verstärkt auf die schnelle Kontaktrückverfolgung mittels der Luca-App.

In der Bad Segeberger Fußgängerzone klebt der Hinweis auf die App mit dem dazugehörigen QR- Code schon an vielen Schaufenstern und Eingangstüren. Sabine Peters, Inhaberin der Galerie Peters, führte die Kontaktverfolgung per App schon ein, bevor sie ihr Geschäft wieder schließen musste. „Das wurde sehr gut angenommen. Per App haben sich mehr Kunden registriert, als auf unseren Zetteln“, sagt Sabine Peters.

Die App kommt auch bei den Kunden an. Sina Wannick nutzte sie bei ihrem Einkauf in der Buchhandlung Buch am Markt in Bad Segeberg. „Auf den Zetteln konnte man früher oft sehen, wer vor einem eingekauft hat. Jetzt ist alles anonym“, sagt Sina Wannick. Buchhändlerin Ramona Schiller schätzt, dass sich die Hälfte der Kunden per App registriert. Wer ein Smartphone hat, hat es leicht. Beim Betreten des Geschäftes scannt man einfach den QR-Code ein. Danach hält die App automatisch den Zeitraum fest, währenddessen man im Geschäft ist. Entfernt man sich 50 Meter vom Geschäft, lockt sich die App automatisch aus. „Die meisten Kunden machen das aber händisch“, hat Ramona Schiller beobachtet.

Schlüsselanhänger sollen es künftig ermöglichen, auch ohne Smart-Phone einzuchecken. Der Kreis Segeberg hat 5.000  Schlüsselanhänger mit QR-Code bestellt und will sie kostenlos an Bürger herausgeben. Noch sind die allerdings nicht eingetroffen. Ab Ende April soll es die Schlüsselanhänger zudem in den Märkten verschiedener Handelsketten wie Rewe und Edeka zum Preis von 25 Cent geben.

Die Anhänger sind das analoge Gegenstück zur App. Händler müssen sie einscannen. Nur Gesundheitsämter können die der App gesicherten Daten wieder entschlüsseln und Infektionsketten schnell und lückenlos nachverfolgen.

Die Wirtschaftsentwicklung des Kreises Segeberg (WKS) hat zusammen mit dem Unternehmerverein Wir für Segeberg zwei Online-Schulungen für Unternehmen angeboten. Beide Veranstaltungen wurden gut angenommen, freut sich WKS-Geschäftsführer Lars Wrage. „Je mehr Betriebe und Kunden mitmachen, desto größer ist die Chance, dass die App hilft“, sagt Wrage. Die App erleichtert den Gesundheitsämtern die schnelle Nachverfolgung von Kontakten. „Das ist ein gutes Instrument, um das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen“, hofft Wrage. Mit der App helfen sich die teilnehmenden Geschäfte seiner Einschätzung nach selbst. Denn mit sinkenden Inzidenzen steigt die Chance auf Lockerungen.

In größeren Betrieben wie Möbelhäusern oder auf Campingplätzen kann die App parzellierte  Bereiche getrennt bewerten. So können zum Beispiel Restaurantbetreiber ihre Gäste bestimmten Tischen zuordnen.

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