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Kippen stecken voller chemischer Gifte

von Gerald Henseler

Die Naturfreunde Deutschland mussten das 12.000 Kippen fassende Sammelglas bereits einmal leeren, damit alle gesammelten Zigarettenstummel Platz haben. Etwa 14.000 Kippen sammelten die Schüler.

Bad Segeberg (ohe). Dass so viele Zigarettenkippen auf den Wegen Bad Segebergs liegen, hätten die Schüler des Berufsbildungszentrums (BBZ) nicht für möglich gehalten. Das 12.000 Kippen fassende Messglas der Naturfreunde Deutschlands war bereits voll, als die letzten beiden Schülergruppen noch mit Eimern und Zangen zwischen ihrer Schule und dem Großen Segeberger See unterwegs waren.

Wie giftig die achtlos weggeworfenen Zigarettenkippen sind, dass war selbst Schulleiter Heinz Sandbrink vor der Aktion nicht bewusst. Wie viele andere nahm er an, dass sich zumindest das organische Material filterloser Zigaretten in Humus umwandeln wird. Doch die Zigarettenstummel haben es in sich. Neben dem Nervengift Nikotin sind in ihnen Arsen, Kupfer, Blei und noch hunderte andere Chemikalien enthalten. „Das ist chemischer Abfall“, sagt Sandbrink.

Hans-Jörg Lüth, der Landesvorsitzende der Naturfreunde Deutschland, freut sich über das Engagement der Jugendlichen. Sein Verein versucht seit Jahren, das Kippenproblem durch Aufklärung zu lösen. Auf dem Gelände des Sportfischervereins Bad Segeberg stellten die Naturfreunde Deutschlands zum Abschluss der Sammelaktion ein Schild auf. Es klärt über die Giftigkeit von Zigarettenkippen auf und bittet Raucher, die daran befestigten Dosen als Aschenbecher zu nutzen. „Wir wollen niemanden das Rauchen verbieten“, sagt Lüth. Anliegen der Naturfreunde ist es, über die Umweltgefährlichkeit von achtlos weggeworfenen Zigarettenstummeln aufzukären. Dieter Struck, der Vorsitzende der Segeberger Sportfischer, hat in den von ihnen gefangenen Fischen zwar noch keine Zigarettenstummel gefunden. Doch andere Angler berichten von solchen Funden. Die Sportangler sammeln bei jeder ihre Angeltouren Müll aus dem See. Nach Wochenenden finden sie besonders viel.

Die Idee zu der Aktion hatte Daniela Flaschmann. Die Lehrerin fand bei ihren Kollegen und Schülern des BBZ schnell große Unterstützung.  Jetzt möchten BBZ und Naturfreunde Deutschland ihre Zusammenarbeit intensivieren. Ein Besuch von Schülern und Lehrern im Naturfreundehaus in Schönberg-Kalifornien ist bereits im Gespräch.

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