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Kinder erleben Natur und Tiere

von Heike Hiltrop

Marlies Ihrens (li.) und Bürgermeister Matthias Bonse aus dem Stiftungsrat „Unser Wahlstedt“ überreichten Bärbel Schwarz, Kassenwartin des Rassegeflügel-Zuchtvereins Wahlstedt und Umgebung, eine Spende in Höhe von 300 Euro.Foto: hil

Wahlstedt (hil). Kindern und Jugendlichen die Natur und den Umgang mit Tieren näher bringen, das ist ein zentraler Punkt im neuen Plan des Rassegeflügel-Zuchtvereins (RGZV) von 1958. Außerdem sollen Bürger Gelegenheit bekommen, die mit viel Engagement und etlichen Arbeitsstunden wieder hergerichtete Anlage besuchen zu können. „Um sich an den Tieren zu erfreuen“, sagt Hans Uwe Schwarz  aus dem Vorstand.

Lange war nichts los auf dem Gelände der Wahlstedter Geflügelzüchter. Die Mitglieder haben angepackt und vieles überarbeitet, um das zu ändern. Neue Impulse sollen das Areal wiederbeleben. Zum Teil ist das schon 2019 mit Kita-Kooperationen geglückt. Die im September mit 18 Jungen und Mädchen gestartete Umweltpädagogik zwischen Ställen und rund 120 Tieren kommt gut an. Im nächsten Schritt wird derzeit eine Kinderhütte flottgemacht. Hier sollen Kinder selber Hühner aufziehen und halten können.

„Drumherum ist ein kleiner Gemüse- und Kräutergarten geplant“, freut sich Kassenwartin Bärbel Schwarz darüber, dass die Stiftung „Unser Wahlstedt“ das Vorhaben mit 300 Euro unterstützt. „Für so ein Projekt zahlt sich jeder Cent aus“, sind sich Marlies Ihrens und Bürgermeister Matthias Bonse aus dem Stiftungsvorstand sicher. „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, schon den jüngsten die Zusammenhänge näher zu bringen.“

Auf der Wiese am Teich und der Volieren mit Perlhühnern und Pfauen laufen zwei Cröllwitzer Puten herum und lassen es sich gut gehen. „Die haben zu wenig Fleisch für die Lebensmittelindustrie, brauchen ein ganzes Jahr, bis sie zwölf Kilo auf die Waage bringen.“ Hans-Uwe Schwarz schaut ihnen hinterher. Neben Hühnern, Tauben und anderem Federvieh gibt es Kaninchen, Ziegen und alte Schafrassen. Fränkische Landgänse schnattern lauthals. Schwarz: „Die will auch keiner mehr, weil sie zu langsam wachsen.“ So hat das einst auf vielen Höfen lebende, ungenormte Geflügel hier ein neues Zuhause gefunden, was bestens in das neue Konzept passt, denn die Anlage soll zukünftig die Kleine Arche Wahlstedt werden.

Auf einem Schild am Eingang ist es so schon zu lesen. Im August wollen die Vereinsmitglieder den Beschluss dazu fassen. „Der Plan ist es, die Anlage jedem zugänglich zu machen. Aber der RGZV bleibt im Hintergrund bestehen. Jedem Mitglied steht es frei, ob es züchten oder auch ausstellen will“, so Hans-Uwe Schwarz, der selbst kein Freund von Ausstellungen ist. „Mir gefällt nicht, dass die Tiere dabei über Tage in engen Käfigen sitzen müssen.“

Das ist auf dem Gelände anders. Hier stehen bunte Hütten mit angeschlossenen Freiläufen. Und geht die Rechnung des RGZV auf, dann könne das 1998 mit viel Brimborium und 95 Vereinsmitgliedern als Gemeinschafts-Zuchtanlage eingeweihte Areal nicht nur erhalten, sondern womöglich sogar vergrößert werden. Heute sind es noch 25 Mitglieder.

Der nächste größere Termin ist für Sonntag, 17. Mai, geplant. Dann ist beim Tag der offenen Tür jeder zwischen zehn Uhr und 16 Uhr auf der Anlage am Gartenweg 4 in Wahlstedt willkommen.

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