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Aufgepeppelt und in die Freiheit entlassen

Junger Rotmilan ist fit für ein langes Leben

Auf den Wiesen bei Pettluis wird der junge Rotmilan in den nächsten Tagen noch gefüttert.

Daldorf-Pettluis (ohe). Mitglieder der Naturschutzgemeinschaft Blunkerbach entdeckten Ende Juni mehrere tote Rotmilane in der Nähe ihres Horstes. Die Vogelschützer fanden zwei tote Jungtiere, ein drittes Jungtier verstarb auf dem Weg in die Klinik. Eines der Elterntiere fand Andrea Wätjen, Gutsherrin auf Pettluis, tot auf ihrer Wiese. In der Nähe des Horstes waren Giftköder ausgelegt worden. Das Leibniz-Institut in Berlin wies darin das Nervengift  Parathion, besser bekannt als E 605, nach.
Nur der kleinste Vogel im Nest scheint davon nichts abbekommen zu haben. Er überlebte. Baumkletterer holten ihn aus dem Horst und brachten ihn in die Tierauffangstation des Wildparks Eekholt. Tierärztin Elvira Freifrau von Schenck, päppelte den jungen Greifvogel mit ihrem Team auf. „Jetzt ist er fit für ein langes Leben“, erklärte sie bei der Auswilderung auf dem Gut Pettluis. Ornithologen, Naturschützer, Nachbarn, Pressevertreter und auch Mitglieder des Umwelttrupps der Polizei Bad Segeberg verfolgten die Freilassung des Rotmilans.
Hans Wirth, der Artenbeauftragte für den Rotmilan in der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Schleswig-Holstein und Manuela Marin vom Wildpark Eekholt befreiten den jungen Rotmilan aus der Transportbox. Nach kurzem Zögern schwang der sich in die Lüfte und landete auf einem Baumwipfel am Rande der Weide. „Es war genau die richtige Entscheidung, den Jungvogel in den Wildpark zu bringen“, sagt Hans Wirth. Ein Elternvogel wird weiterhin vermisst. Kurze Zeit lang hatten sie überlegt den Vogel im Horst zu belassen, damit sich der Elternvogel um ihn kümmern kann. Der ist aber nie wieder aufgetaucht.
Nach dem 7. Juni ist auch ein Rotmilanpärchen mit seinem Jungen aus einem benachbarten Horst verschwunden. Hans Wirth hat das Areal rund um den Horst abgesucht. Er hat keine Spuren gefunden.
Zuvor hatte der Rotmilanexperte beide Horste kontrolliert. „Das waren die Rotmilanhorste mit dem geringsten Abstand voneinander“, sagt Hans Wirth. Das gute Nahrungsangebot am Blunkerbach wird die  Greifvögel angelockt haben. Wirth ist sich sicher, dass der junge Rotmilan hier allein zurecht kommt. Er muss jetzt kräftig zulegen. Denn im Herbst wird er nach Spanien fliegen, um dort zu überwintern.

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