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Netzwerk hilft weiblichen Flüchtlingen beim Jobeinstieg

Jetzt kann die Integration beginnen

Im Netzwerk weibliche Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt sind Vertreter der Agentur für Arbeit, des Jobcenters, der Beratungsstellen für Flüchtlinge der Arbeiterwohlfahrt und der Diakonie, der Berufsbildungszentren, des Deutschen Roten Kreuzes, der Handwer

Bad Segeberg (ohe). Deutsche Sprachkenntnisse sind die wichtigste Voraussetzung für eine Berufsaufnahme. Das wissen alle Vertreter der 16 im Netzwerk weibliche Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt mitwirkenden Institutionen. Im Oktober 2016 trafen sich Mitwirkende aus Segeberger Institutionen auf Initiative der Beratungsstelle Frau + Beruf erstmals, um gemeinsam geflüchtete Frauen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. „Wir bündeln unser Wissen und ent­wickeln gemeinsam Ideen“, erklärt Silke Knuth von der Beratungsstelle Frau und Beruf.
„Wir haben uns das anfangs zu einfach vorgestellt“, sagt Mechthild Bening, die sich im Förderkreis Leezen seit 2015 für Flüchtlinge einsetzt. Das Bildungsniveau geflüchteter Frauen ist sehr unterschiedlich. Studierte Fachkräfte gehören aus Großstädten ebenso dazu wie Frauen aus ländlichen Gebieten, die keine Schule besucht haben. Wie in Deutschland Ausbildung und Arbeitsmarkt funktionieren, ist allen fremd. „Die großen beruflichen Möglichkeiten begeistern die Frauen, doch der lange Ausbildungsweg dorthin, führt zu Frustration“, sagt Sabine Bruhns, Projektleiterin bei der Handwerkskammer Lübeck.
Mit 30 geflüchteten Frauen haben Silke Knuth und Gisela Malasch von der Beratungsstelle Frau und Beruf seit der Netzwerkgründung Gespräche geführt.
Mit Hilfe des Netzwerkes haben sie viele Frauen beim Berufseinstieg unterstützt. So hat Sabine Bruhns gerade  einer Frau einen Ausbildungsplatz in einer Apotheke vermittelt.
„Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass Integration beginnen kann“ meint Mechthild Bening. Sie betreut zur Zeit Tunisha Abubakarova aus Tschetschenien, Asila Ardalan aus Afghanistan und Rugayah Khalifa aus Libyen. Alle drei möchten gern deutsch lernen, bekommen aber die dafür nötige Förderung nicht. Bening fordert daher die Netzwerkpartner auf, für Frauen wie diese, selbst Deutschkurse anzubieten. „Solange wir die Sprachkenntnisse nicht haben, geht gar nichts“, meint Bening. Selbst eine Praktikumsstelle ist für Migranten ohne ausreichende Sprachkenntnisse schwer zu bekommen.
Patrick Bareiter, Willkommenslotse bei der Industrie und Handelskammer (IHK) Lübeck, betreut derzeit 360 Auszubildende mit Fluchthintergrund. 60 davon sind Frauen. Er wünscht sich für Frauen mehr Ausbildungsmaßnahmen in Teilzeit. Denn viele weibliche Flüchtlinge sind Mütter und müssen ihre Kinder betreuen.

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