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Inge Schlüters Kolumne

Alternativlos: Zeit für gute Vorsätze

von Inge Schlüter

Dieser Tage ist bekanntlich die Zeit für sogenannte gute Vorsätze. Das sieht vereinzelnd so aus, dass man sich seine Laster bewusst macht, das Gegenteil aufschreibt und damit das Gefühl bekommt, man hätte soeben ausreichend dafür Sorge getragen, dass besagte Laster ab Neujahr der Vergangenheit angehören. Doch ganz so einfach scheint es nicht zu funktionieren.
Manchmal bleibt es bei der ruhmreichen Absicht, die allein noch nicht das Gute des Vorsatzes zum Vorschein bringt. Aber um es mit Angela Merkels Schlagwort zu sagen: Alternativlos. Denn kein Mensch würde sich je vornehmen, schlechte Vorsätze umsetzen zu wollen!
Vielleicht ist es dieser Umstand, der George Bernard Shaw, er war ein irischer Schriftsteller, zu dem Zitat verleiten ließ: „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.“ Sprach er damit möglicherweise die Scheinheiligkeit guter Vorsätze oder die hinterlistigen Verlockungen und Sirenengesänge bei der Umsetzung dieser an?
Also besser doch keine guten Vorsätze fassen? Denn wer will schon in die Hölle?
Obwohl – ich möchte keine Werbung für die Hölle machen, aber mir scheint, dass wegen des Fegefeuers auf dem Weg dorthin ein durchaus mildes Klima herrschen müsste. Anders als in Richtung Himmel. Wer schon einmal im Flugzeug saß, der weiß, dass es mit jedem Höhenmeter kälter wird. In acht Kilometer Höhe kann die Außentemperatur schon mal minus 50°C betragen. Also hoffe ich, dass der Himmel frühestens 100 Kilometer über der Erdoberfläche beginnt, denn ab dem Punkt soll die Temperatur wieder langsam ansteigen. Aber das nur am Rande.
Himmel und Hölle – jedem Menschen stehen beide dieser für mich imaginären Orte zur Verfügung und sie können einem auch zu Lebzeiten auf Erden begegnen.
Ob ich die „Hölle auf Erden“ oder den „Himmel auf Erden“ erlebe, entscheiden nicht andere für mich, sondern hat viel mit mir und meiner Wahrnehmung zu tun.
Anders als George Bernard Shaw behaupte ich, dass ein guter Vorsatz sehr wohl ein „Pflasterstein“ sein kann, mit welchem ich dem „Himmel auf Erden“ näher komme. Denn er, der Vorsatz, setzt gesundes, positives Denken voraus. Damit dem Vorsatz auch Taten folgen, bedarf es meiner Meinung nach zusätzlich der Kraft des Handelns, der Beharrlichkeit und der Kraft des Vertrauens. Alternativlos!

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