Aktuelles

In zehn Jahren könnte Nahe über sich hinaus wachsen

von Katja Lassen

Diese Planskizze zeigt das 471.000 Quadratmeter große Gebiet sowie den Birkenhof. Bei dieser Bebauung würde die Gemeinde Nahe um 1.400 Einwohner wachsen und räumlich die Lücke zur Nachbargemeinde Itzstedt geschlossen werden.Skizzen: BSK

Nahe (kf). Nahe und Itzstedt wachsen zusammen und das im großen Stil. So jedenfalls sieht es das städtebauliche Entwicklungskonzept für die Gemeinde Nahe vor. Horst Kühl vom BSK Bau und Stadtplaner Kontor in Mölln präsentierte diese Pläne in Form von Skizzen und stellte 160 interessierten Bürgern aus Nahe und Itzstedt ein mögliches Siedlungskonzept bei einer Einwohnerversammlung im Bürgerhaus in Nahe vor. Dieses dient als informelle Planung und steckt einen Orientierungsrahmen für die Kommune ab, die für weitere Planungen als Leitbild dienen. Demnach würde ein Neubaukonzept über eine Fläche von 471.000 Quadratmetern nordwestlich der B432 an Iztstedt grenzend entstehen. Dort könnten 210 Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 320 Mehrfamilienhauser entstehen. „Das wären 1.400 Neubürger für Nahe“, so Kühl. Auf der anderen Seite der B432, auf dem gemeindeeigenen Gelände des Naher Birkenhofs, wurde ein Gewerbe- und Mischgebiet gleich mit überplant. Aufgrund der zentralen Lage zwischen den Gemeinden Nahe und Itzstedt böten sich hier gemeinnützige Einrichtungen wie Verwaltung, Ärztehaus oder eine Rettungswache an. „Ich könnte mir hier auch eine Grundschule vorstellen“ so Bürgermeister Fischer, der an der derzeitigen Grundschule dann Platz für eine mögliche Oberstufe sieht. „Ich habe diese Idee noch nicht verworfen“, sagt er.
Zum Teil schienen die Planungen, die insgesamt 60 Folien umfassten, schon recht konkret, und auch der Investor, Norbert Lüneburg von der GfG, saß bereits mit am Tisch. Dennoch wurden die Herren nicht müde, auf Nachfrage aus der Bevölkerung immer wieder zu betonen: „Es sind nur erste Planungsideen, Beschlüsse zur Aufstellung von Änderungen im Flächennutzungsplan oder Bebauungsplan gibt es noch nicht.“
Bürgermeister Holger Fischer sieht in dieser Entwicklung, die in einem Zeitraum von zehn Jahren umgesetzt sein könnte, eine Chance für Nahe und das Amt Itzstedt, räumte aber auch ein, dass die Größe und der Umfang einen zunächst erschlage. Tatsächlich mussten die Bürger diesen Brocken erst einmal sacken lassen. Nur wenige äußerten Bedenken. Während ein Landwirt darauf verwies, dass die Pläne das Ende seines landwirtschaftlichen Betriebes bedeuten, ein anderer betonte, dass dort Weizen für tausende Menschen angebaut werden könne, fragte ein weiterer Bürger, ob die B432 dann mehrspurig ausgebaut werde, da Berufspendler schon jetzt allmorgendlich im Stau stünden.
Horst Kühn sah beim Verkehr kein Problem, es handele sich um eine Bundesstraße, die für diese Ansprüche gebaut sei. Dennoch müsse die Infrastruktur mit wachsen. Eine Verbesserung des ÖPNV sei gewiss notwendig, räumte er ein.
Hinzu kommt, dass auch Itzstedt im Rahmen seiner Möglichkeiten zukünftig weiter wachsen wird. Gemeinsam bilden Nahe und Itzstedt einen ländlichen Zentralort im Amt Iztstedt. Gemeinsam könnten sie zukünftig zu einem Unterzentrum heranwachsen. Dieser Schulterschluss scheint mit dem städtebaulichen Konzept zumindest räumlich durchaus denkbar.

Diesen Beitrag teilen:

Zurück