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In großen Schritten Richtung Inklusion

Tamika, Hanna Lisa, Lucy Sophia und Adam (v.li.) wissen vielleicht nicht, was Inklusion ist. Wie es geht, machen sie aber täglich in der Kindertagesstätte für alle Kinder in Wahlstedt vor. Foto: ohe

Wer  den Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte für alle Kinder in der Wahlstedter Poststraße beim Spielen zuschaut, der sieht ein harmonisches Miteinander. Ob ein Kind mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen lebt, ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Hier akzeptiert jeder jeden so wie er ist.
Die Lebenshilfe möchte, dass die soziale Integration in allen gesellschaftlichen Bereichen so gut gelingt. Der Weg dorthin ist noch weit. Doch seit der Gründung des Vereins in Bad Segeberg vor 40 Jahren hat sich vieles getan.
„Damals gab es nichts für Menschen mit Behinderungen“, sagt Sylvia Johannsen, die Vorsitzende und Geschäftsführerin des Vereins. „Eltern haben ihre behinderten Kinder meistens zu Hause versteckt“, sagt Johannsen. In anderen Teilen des Kreises Segeberg waren Lebenshilfevereine bereits aktiv. Eine Elterninitiative setzte sich 1977 für die Gründung der Lebenshilfe Bad Segeberg und Umgebung ein. Der Verein und heute auch die gemeinnützige Gesellschaft Lebenshilfe Segeberg sind in  Bad Segeberg, Wahlstedt und dem Nord-Ostkreis aktiv.
Unter Leitung von Dieter Afert trug der Verein  mit dazu bei, dass der Landesverein für Innere Mission in Wahlstedt 1978 die Segeberger  Wohn- und Werkstätten einrichtete. Wie kein anderer bestimmte Peter Sester die Ge­schicke des Vereins. Von 1992 bis 2015 stand er an der Spitze der Organisation. Dann folgte die Erziehungswissenschaftlerin Sylvia Johannsen in dieses Amt.
1985 übernahm der Verein erstmals die Trägerschaft eines Kindergartens und einer Frühförderstelle. Beide Einrichtungen befinden sich in den Räumen der Trave-Schule in Bad Segeberg. Heute gehören dem Verein Lebenshilfe Bad Segeberg rund 200 Mitglieder an.  160  hauptamtliche und 100 ehrenamtliche Mitarbeiter sind in den Einrichtungen der Lebenshilfe aktiv.
Anfangs standen Kinder und Jugendliche im Fokus der Aktivitäten.  „Alte Menschen mit Behinderungen gab es in Deutschland nach 1945 kaum“, sagt Sylvia Johannsen. Das hat sich gewandelt. Mehr und mehr gehören erwachsene und ältere Menschen zum Klientel der Lebenshilfe. So gründete der Verein 2007 das ambulant betreute Wohnen. Im Herbst dieses Jahres wird die Lebenshilfe in Bad Segeberg in der Kurhausstraße eine Service-Stelle der  Offenen Hilfen anbieten.  Zudem wird der Verein im Neubau des Wesche-Hofes selbst vier Wohnungen für Menschen mit Behinderungen anbieten. „Das war nie unser Ziel. Es gibt aber einfach zu wenig bezahlbare Wohnungen für Ein-Personen-Haushalte“, sagt Sylvia Johannsen. Die Leistungen des ambulant betreuten Wohnens der Lebenshilfe nehmen zur Zeit 17 Personen in Anspruch.

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