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Im Bürgerwindpark Neuengörs-Weede hat die Erntezeit begonnen

Alwin Rohlf, Volker Schuldt und Werner Schlätel sind Miteigentümer des Windparks.

Neuengörs (ohe). Der Weg war steinig und lang. „Das Projekt war super schwer durchzubringen“, sagt Volker Schuldt, Geschäftsführer der Windprojekt N-W GmbH. Jetzt hat er Grund zur Freude. Fünf der sechs neuen Windkraftanlagen zwischen Neuengörs und Weede speisen ihren Strom bereits in das Netz.Auch die sechste wird in Kürze in Betrieb gehen.
7,5 Millionen Kilowattstunden  soll jede der sechs neuen Anlagen ab sofort jährlich liefern. Das reicht aus, um insgesamt 12.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Am vergangenen Mittwoch rückten die letzten Bauarbeiter ab. Im November hatten die Männer der Firma SSC Wind aus Wildeshausen damit begonnen, die sechs jeweils 600 Tonnen schweren Türme zu errichten.
Jetzt setzen die Windparkbetreiber die Ausgleichsmaßnahmen um. Eine Fläche von 26 Hektar zwischen Traventhal und Neuengörs wird dabei renaturiert. „Den Schwerpunkt setzen wir auf Uferrandstreifen entlang der Trave“, erklärt Schuldt. Zudem werden die durch Baufahrzeuge zu Schaden gekommen Wirtschaftswege repariert.
In etwa zwei Jahren soll die Hinderniskennzeichnung der Windenergieanlagen umgerüstet werden. Zur Zeit leuchten die Befeuerungen tagsüber weiß und nachts rot. Später sollen die Lichter nur noch dann leuchten, wenn sich ein Flugobjekt der Anlage kritisch nähert. Für die Umsetzung dieser Änderungsmaßnahme haben die Windparkbetreiber bereits 325.000 Euro als Sicherheit bei der Amtsverwaltung hinterlegt.
90 Bürger haben sich an dem rund 31 Millionen Euro teuren Windpark beteiligt. Ihre Einlagen reichen von 500 Euro bis 300.000 Euro. „Zwei der sechs Windkraftanlagen bieten wir zum Kauf an“, erklärt Volker Schuldt. Interessenten sind Energieversorger. Ein ausgeklügeltes Firmenkonstrukt soll sicher stellen, dass die Steuereinnahmen in den Gemeinden Neuengörs und Weede bleiben. Schuldt schätzt, dass die Gemeinden in den nächsten Jahren jährlich etwa 100.000 Euro aus Gewerbe- und Einkommensteuereinnahmen des Windparks bekommen. Wenn sich die Anlagen nach etwa zwölf Jahre amortisiert haben, dürften sich die Einnahmen verdoppeln.
Sechs kleinere Windkraftanlagen gingen bereits 2002 in Betrieb. Für diese Anlagen wird die sich die Einspeisevergütung für Strom in fünf Jahre etwa halbieren. Dann sind die Anlagen nach Einschätzung der Betreiber nicht mehr wirtschaftlich. „Sobald dann die erste größere Reparatur anfällt, werden die Anlagen abgebaut“, glaubt Schuldt.
Auf Grundlage der vom Land Schleswig-Holstein ausgewiesenen Windenergie-Potentialfläche wäre eine Ausweitung des Windparks Neuengörs-Weede möglich. Mindestens drei Windkraftanlagen könnten hier zusätzlich errichtet werden.
Neue Windkraftanlagen könnten auf einer rund 15 Hektar großen Fläche nahe Stubben entstehen. Die sechs Landeigentümer beschäftigen sich bereits mit der Planung von drei Windkraftanlagen.

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