Aktuelles
Welle der Hilfsbereitschaft für wohnungssuchenden Senior

Hunderte wollen Hugo Kagel helfen

von Gerald Henseler

Hugo Kagel hat viele Wohnungsangebote bekommen. Alle Angebote, die bei Basses Blatt eingingen, nahm der 93-Jährige entgegen. Er hofft, dass ihm auch in Sachen Versorgungsausgleich geholfen wird. Foto: ohe

Bad Segeberg (ohe). Der Bericht über den wohnungssuchenden Senior Hugo Kagel hat eine große Welle der Unterstützung ausgelöst. Telefonisch und per E-Mail gingen rund hundert Angebote für den 93-Jährigen bei Basses Blatt ein. Sie reichten vom Wohnwagen über kostenlose Hotelübernachtungen bis hin zu Wohnungen in unterschiedlichen Preislagen. Auch Benjamin Alexander Kagel, der Enkel Hugo Kagels, meldete sich. „Ich suche  schon sehr lange nach ihm. Gerne möchte ich ihm ein Zimmer bei mir in der Wohnung anbieten.  Außerdem wird bei uns im Haus gerade eine Ein-Zimmer Wohnung frei. Sodass wir alle davon profitieren können“, schreibt der Enkel. Hugo Kagel möchte dieses Angebot allerdings nicht annehmen.  Magdalena Krey vom städtischen Sozialamt stellte Hugo Kagel einen Wohnberechtigungsschein aus und überreichte ihm eine Liste mit Wohnungsangeboten. Seine Aussage, er hätte seit drei Wochen im Auto geschlafen, korrigierte Kagel: „Ich habe nur eine Nacht im Auto geschlafen.“
Hilfe und Unterstützung boten die Basses-Blatt-Leser dem 93-Jährigen auch hinsichtlich einer Überprüfung des Versorgungsausgleiches an. Der ehemalige Postbeamte  bekommt nach eigenen Angaben 700 Euro monatlich von seinen Pensionsbezügen abgezogen. Dabei handelt es sich um den Versorgungsausgleich für seine geschiedene Frau Gerda. Sie verstarb bereits vor zwölf Jahren.
Versorgungsausgleich
wird überprüft
„Herr Kagel hat sich vermutlich vor sehr vielen Jahren scheiden lassen und es wurde dann ein Versorgungsausgleich durchgeführt. Dies bedeutet, dass der Gesetzgeber davon ausgeht, dass beide Eheleute die Rentenleistung erwirtschaftet haben, weil die Ehefrau beispielsweise Kinder erzogen hat oder natürlich den Haushalt geführt hat. Und aus diesem Grunde stand der Ehefrau ein entsprechender Ausgleich bezüglich der Rentenanwartschaften zu. Anlässlich der Scheidung wurde also eine Art Teilung der Rentenbezüge vorgenommen“, erklärt die Rechtsanwältin Iris Reitt aus Klein Rönnau.
Trotzdem gibt es für Hugo Kagel noch ein bisschen Hoffnung. Das glaubt Harry Kelterborn aus Bebensee. Der ehemalige Bankdirektor hat sich kostenlos der Sache angenommen. „Es gibt keine generelle Lösung“, meint Kelterborn. Im Einzelfall könnten Gerichte anders entscheiden. „Wenn ich die 700 Euro bekomme, muss ich dem Staat nicht auf der Tasche liegen. Dann kann ich auf eigene Kosten ins Altersheim ziehen“,  sagt Hugo Kagel.

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