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Hochzeit mit Kälbchen und Jagdhornbläsern

von Dirk Marquardt

Malte und Anna Theresia Henck (geborene Albert) gaben sich auf dem Gut Pronstorf das Ja-Wort. Foto: lag

Pronstorf (lag). Die Romantik gibt es noch. Das zeigen Malte Henck und Anna Theresia Henck (geborene Albert), die sich auf ihrer standesamtlichen Trauung auf Gut Pronstorf das Ja-Wort gaben. Denn kennengelernt hat sich das frisch vermählte Paar 2012 bei einer sommerlichen und sonnigen Treckerfahrt im blühenden Rapsfeld. Dort fiel auch beim Abschied der erste Kuss.
Was die beiden damals zusammenbrachte und dort bereits verband, verbindet sie noch immer und wird es wohl auch immer tun. Die Landwirtschaft, die Naturverbundenheit und die Tierliebe. Beide leben zusammen auf einem alteingesessenen landwirtschaftlichen Betrieb in Strukdorf, der sich neben dem Ackerbau primär der Schweinezucht widmet. Malte Henck ist Landwirt und führt den Hof bereits in der achten Generation. Der seit rund 240 Jahren exis­tierende Betrieb ist schon immer im Familienbesitz gewesen.
Anna Henck studiert Agrarwissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und arbeitet nebenbei auf dem Bio-Milchviehbetrieb Pahl im Dorf Berlin. Bald absolviert sie ihren Bachelor-Abschluss.
Mit Familie und den zahlreich erschienenen Freunden verließ das Brautpaar nach der Trauung den Kutschstall des Gutes Pronstorf und wurde draußen von der Jagdhornbläsergruppe „Hubertus Warder See“ feierlich begrüßt. Doch es blieb nicht bei einer Besonderheit. Bettina Albert, Bürgermeisterin der Gemeinde Prons­torf und Mutter der Braut, hatte noch eine ganz besondere Überraschung für ihre Tochter und deren Ehemann. Vor dem Kutschstall war ein Trecker mit einem Pferdeanhänger vorgefahren. Als Anna Henck die kleine Seitentür des Anhängers öffnete, blickten ihr vier große braune Augen entgegen. Diese gehörten „Valerie“ und „Vamose“, zwei erst wenigen Wochen alten Kälbchen. Die Freude stand der Braut ins Gesicht geschrieben, doch geahnt hatte sie von den zwei kleinen Kälbchen nichts, als sie den Anhänger sah: „Ich war überrascht, weil ich mit was anderem gerechnet habe.“ Sie hatte bei dessen Anblick an Kuh „Flauschi“ gedacht, die auf dem Bio-Milchviehbetrieb Pahl zu Hause ist und zu der die 23-Jährige eine ganz besondere Verbindung hat. Henck kennt die mittlerweile nun rund zweijährige Kuh schon seit „Kälbchenbeinen“ an und hat sie zur Reitkuh ausgebildet. Auf dem Rücken des Rindes begleitet sie die Herde zur Koppel und genießt Ausritte über die Stoppelfelder. Demnächst ist ein Fotoshooting am Strand geplant, mit „Flauschi“ selbstverständlich. Vielleicht werden „Valerie“ und „Vamose“ eines Tages in die Fußstapfen der Reit­kuh treten und ihr irgendwann den ein oder anderen Ausritt abnehmen.
Am 6. Juni 2018 wird das frisch vermählte Paar seine kirchliche Hochzeit feiern, ebenfalls auf Gut Pronstorf. Danach geht es in die Flitterwochen, die sich beide dann auch verdient haben. Denn die Arbeit auf dem eigenen Hof ist arbeitsintensiv und erfordert viel Zeit. Doch Braut und Bräutigam sehen den Betrieb nicht als Arbeit: „Das ist eine Leidenschaft!“, so Anna Henck freudestrahlend. Diese Leidenschaft verbindet beide und sie sind sich einig: „Wir sind Dorfmenschen.“ So steht einer großen Liebe und einem langen gemeinsamen Leben auf dem Land nichts mehr im Weg.

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