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Hilfscontainer für Kawolokota

von Petra Dreu

Die freiwilligen Helfer verstauten die Hilfsgüter in Hamdorf in einen Container, der nach Kawolokota verschifft wurde.Foto: pd

Hamdorf (pd). „Paul“ heißt das Zauberwort, mit dem die fleißigen Helfer der Hilfsorganisation „Tabitha Global Care Germany“ den Bewohnern einer kleinen Siedlung in Uganda ermöglichen möchten, aus Regenwasser keimfreies Trinkwasser zu machen. Dafür hatte der pensionierte Oldesloer Verfahrenstechniker  Gerd Peukert eine Anlage konstruiert, die auf dem Hof von Iris und Hartmut Weidtmann in Hamdorf  in einen Überseecontainer verstaut wurde. Im März wollen die ehrenamtlichen Helfer dem Container folgen und die Anlage in der kleinen Siedlung Kawolokota aufbauen.
Zwar regnet es in Uganda oft, aber durch die dortigen Temperaturen vermehren sich Keime so schnell, dass das aufgefangene Regenwasser schon nach kurzer Zeit nicht mehr zum Verzehr geeignet ist. Dank „Paul“, die Abkürzung für „Portable Aqua Unit for lifesaving“, aber soll genau das möglich sein. Entwickelt wurde die tragbare Wasseraufbereitungsanlage im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt an der Universität Kassel. Erstmals eingesetzt wurde „Paul“ 2010 nach dem Erdbeben auf Haiti. Zu ihrem 25. Geburtstag spendete die Stiftung 25 der kostbaren Anlagen an verschiedene Organisationen. Reinhard Berle, der einst als Pastor in der Segeberger Gemeinde Gottes gearbeitet hatte, bekam ebenfalls einen „Paul“ für das von ihm gegründete Hilfswerk „Tabitha“.
Ein bis zwei Mal im Jahr reist Reinhard Berle seit 1983 nach Uganda. Aus seinen vielen Besuchen weiß er, wie die Lebensumstände in Kawolokota sind und was am dringendsten benötigt wird, um den Menschen dort ein eigenständiges und vor allem würdevolles Leben zu ermöglichen. Polio ist in Uganda weit verbreitet, Hilfe aber bekommen die Betroffenen nicht. „Sie kriechen auf dem Boden und werden dort als ,Hunde’ bezeichnet“, berichtet Berle. Gerührt hatte ihn die Reaktion eines Mannes, dem er bei einem seiner vielen Besuche einen Rollstuhl mitgebracht hatte. „Er sagte, damit habe er seine Würde wiederbekommen. Er müsse nicht mehr auf dem Boden kriechen, um sich fortzubewegen. Keiner dürfe ihn mehr einen ,Hund’ nennen.“
Einen vollgeladenen Lkw hatte Reinhard Berle mit nach Hamdorf gebracht, dessen Inhalt zusammen mit der Wasseraufbereitungsanlage auf die Reise nach Uganda geschickt wird. Verladen wurden unter anderem ein gebrauchter und zehn neue Rollstühle, die ein Unternehmen der Hilfsorganisation gespendet hatte. Der 20-Fuß-Überseecontainer wird in Kawolokota bleiben. „Einen 40-Fuß-Container haben wir bei einem unserer Besuche ebenfalls dort gelassen und zu einem Nähzentrum umgebaut. Darin können hauptsächlich Frauen ihren Lebensunterhalt verdienen“, so Berle, der für das Nähzentrum für Nachschub gesorgt hat.  18 manuelle Nähmaschinen, die mit Pedalkraft angetrieben werden, hat die Hilfsorganisation dafür aufgetrieben und in einem Recyclingcenter aufbereiten lassen.
Aufgebaut werden sie wie die Wasseraufbereitungsanlage von freiwilligen Helfern, die zusammen mit Iris Weidtmann im März 2019 auf eigene Rechnung nach Uganda fliegen werden.  Unter ihnen werden mit dem ehemaligen Chef des Wege-Zweckverbandes Jens Kretschmer und seinem Schwiegervater Gerhard Brors, der über viele Jahre Bürgermeister von Oering war, zwei neue Gesichter sein. Wer die Hilfsorganisation ebenfalls unterstützen möchte, erhält nähere Infos unter www.tabithaglobalcare.com.

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