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Hauptausschuss stellte WZV-Chef Kretschmer frei

Gert Lentföhr (li.) führt ab sofort kommissarisch die Geschäfte des WZV. Ihm zur Seite steht WZV-Justiziar Nis Nissen. Fotos: ohe

Bad Segeberg (ohe). Über 20 Jahre lang leitete Jens Kretschmer als Verbandsvorsteher den Wege-Zweckverband (WZV). Am Dienstag beschloss der Hauptausschuss, den 53-Jährigen von seinen betrieblichen Aufgaben zu entbinden. Den Beschluss fassten die Hauptausschussmitglieder Gert Lentföhr, Hans-Jürgen Kütbach, Walter Lembcke und Hans-Hermann Schütt einstimmig. Das fünfte Ausschussmitglied, Dr. Beatrix Klüver, war im Urlaub. „Wir haben unsere Entscheidung aber mit ihr abgestimmt“, erklärt Lentföhr. Der Seedorfer Bürgermeister nimmt die Aufgaben des Verbandsvorstehers kommissarisch wahr. „Es gibt unüberbrückbare Dissonanzen zwischen dem Hauptausschuss und dem Verbandsvorsteher“, erklärte Gert Lentföhr. Nähere Informationen zu den Gründen der Freistellung wollen die Hauptausschussmitglieder und  Jens Kretschmer nicht geben.
„Wir wollen gemeinsam mit dem Verbandsvorsteher und seinem Rechtsbeistand bis zum 9. April eine einvernehmliche Lösung finden“, erklärt Hans-Jürgen Kütbach. Am 9. April müssen die Einladungen  zur nächsten Verbandsversammlung am 24. April verschickt werden. Gibt es keine einvernehmliche Lösung, müsste ein Abberufungsverfahren eingeleitet werden, um die Trennung von Kretschmer herbeizuführen.
„Es sind keine Dinge vorgekommen, die in einem normalen Arbeitsverhältnis zu gravierenden Maßnahmen geführt hätten. Es geht um die Zusammenarbeit zwischen den Organen“, betonte Kütbach. Die Entscheidung des Hauptausschusses ist über viele Monate gereift. Die Ausschussmitglieder hatten als Alternative überlegt, geschlossen zurückzutreten.
In einem gemeinsamen Pressegespräch erklärte Jens Kretschmer, er hätte die Aufgaben des Verbandsvorstehers gern weitergeführt. „Die Kommunikation wäre heilbar gewesen“, meint Kretschmer. Für Kütbach liegen die Probleme nicht „nur in der Art des Kommunizierens“. Es habe in den vergangenen zwei Jahren eine Häufung an Meinungsverschiedenheiten gegeben, die das Vertrauen so tief erschütterten, so Kütbach.
Kretschmer ist nicht nur Mitarbeiter des WZV. Er ist auch für acht Jahre als Verbandsvorsteher gewählt. Seine Amtszeit würde planmäßig im Jahr 2022 enden. Kommt es nicht zu einer einvernehmlichen Lösung, müsste die Verbandsversammlung in zwei Sitzungen mit Zweidrittelmehrheit die Aufhebung der Organschaft Kretschmers beschließen.

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