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Handlungsleitfaden für mehr Barrierefreiheit in der Stadt

von Dirk Marquardt

Die Arbeitsgruppe präsentiert einen Handlungsleitfaden für mehr Barrierefreiheit in der Stadt (v.li.): Kirsten Grundmann, Dieter Schönfeld, Marlis Stagat, Marianne Böttcher, Conny Möller, Reinhard Schweim, Ute Heldt Leal und Dr. Wolfgang Arnhold.Foto: mq

Bad Segeberg (mq). Mehr als 17.000 Menschen leben in Bad Segeberg – immerhin 3.669 von ihnen mit einer Beeinträchtigung. „Das ist keine Randgruppe“, sagt Dr. Wolfgang Arnhold, Koordinator des seit 2013 aktiven Netzwerkes Inklusion Kreis Segeberg. Er freut sich deswegen, dass die Kreisstadt in dem Bestreben, behinderten Menschen das Leben zu erleichtern, modellhaft agiert.

Ein Baustein auf dem Weg zur Barrierefreiheit ist die neue Broschüre, die unter der Federführung von Stadtplanerin Ute Heldt Leal und der Behindertenbeauftragten Marianne Böttcher entstanden ist. „Barrierefrei durch die Stadt“ ist der Titel des Handlungsleitfadens, mit dem die Innenstadt zukunftsfähig gemacht werden soll. „Die Broschüre ist der Grundstein, Dinge weiterzuentwickeln“, sagte Bürgermeister Dieter Schönfeld, der der Arbeitsgruppe für ihren Einsatz dankte.

„Man sieht in der Bad Segeberger Innenstadt immer mehr Menschen mit Rollator oder Rollstuhl“, sagt Ute Heldt Leal. Das liege auch daran, dass immer mehr altersgerechter Wohnraum gebaut wird. Deswegen sei die Idee geboren, einen Handlungsleitfaden und Ratgeber herauszubringen. Denn es reiche nicht, Straßen, Wege und Plätze barrierefrei zu gestalten. Auch Geschäftsleute und Immobilieninhaber können etwas dafür tun, den Weg zur Barrierefreiheit mitzugestalten. „Es muss nicht immer die perfekte Lösung sein. Wenn man ins Gespräch kommt, sind viele Lösungen möglich“, sagt Ute Heldt Leal.

Im Rahmen der Arbeit im Netzwerk Inklusion wurden in Veranstaltungen, Gesprächen und einer Begehung zahlreiche Ideen, Erfahrungen und Meinungen von Einzelhändlern, Gastronomen, Dienstleistern und anderen Institutionen gesammelt. Schon jetzt gibt es viele gute Beispiele, die in der Broschüre vorgestellt werden.  Und wer aktiv werden möchte, findet in dem Handlungsleitfaden Hinweise auf praktische Umsetzung und Fördermöglichkeiten sowie eine Checkliste. Ute Heldt Leal und Marianne Böttcher werden in den nächsten Wochen die Broschüre in der Innenstadt verteilen. Auch auf der Internetseite der Stadt Bad Segeberg ist sie abrufbar.

„Es hat sich schon viel getan und ein Umdenken stattgefunden“, freut sich auch Marlis Stagat, die Vorsitzende des Unternehmervereins Wir für Segeberg (WfS) über die gelungene Broschüre. Sie hofft, dass viele Unternehmen reagieren und die großen Ketten sich beteiligen. Reinhard Schweim gab zu bedenken, dass sich nicht nur die Geschäftsleute angesprochen fühlen sollen, sondern auch die Immobilienbesitzer. Denn von mehr Barrierefreiheit würden alle profitieren. „Wenn ältere Menschen in die Stadt ziehen, bedeutet das auch mehr Kaufkraft. Das ist eine Win-win-Situation“, sagt Conny Möller von DS Immobilien.

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