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Häkeln und nähen für eine bunte Welt schwerstkranker Kinder

von Laura Greiner

Die Mitglieder des Vereins Farbenfroh und bunt genäht mit der Vorsitzenden Kristin Best (re.)

Bad Segeberg (lag). Was im Jahre 2014 mit einer Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook begann, hat sich mittlerweile zu etwas viel Größerem entwickelt. Seit Juli 2018 ist Farbenfroh und bunt genäht nun ein eingetragener Verein, dessen rund 50 Mitglieder sich zum Ziel gesetzt haben, schwerstkranken Kindern mit selbstgenähten und selbstgehäkelten Geschenken bunte Freuden zu bereiten. „Unsere Aufgabe ist es, die Welt schwerstkranker Kinder farbenfroh und bunt zu gestalten!“, so Kristin Best aus Bad Segeberg, erste Vorsitzende des Vereins und Geschäftsführerin von MLPdialog. In den Räumlichkeiten des Versicherungs-und Finanzunternehmens fand nun das Nähtreffen, das der Verein regelmäßig ein- bis zweimal im Jahr organisiert, statt. 16 ehrenamtlich engagierte Mitglieder fanden sich auch an diesem Tag wieder zum gemeinsamen Nähen und Häkeln ein.

Rund 1.000 Präsente entstehen pro Jahr. Darunter Kuscheltiere, bunte Kleidungsstücke oder auch ausgefallenere Dinge wie Bodys mit Katheteröffnung, die der Kinderonkologie und der Kinderkardiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und dem Kinderhospiz Die Muschel in Lübeck und Bad Segeberg zugute kommen. Alle zwei Wochen verschickt Vorsitzende Bestdie handgefertigten Geschenke oder bringt sie persönlich vorbei. Auch Antje Gotzmann aus Seth, zweite Vorsitzende des Vereins, ist durch das Internet auf die Aktion aufmerksam geworden und mit Herzblut dabei: „Das ist genau mein Ding ist!“ Allein durch Spenden finanziert der Verein seine gemeinnützige Tätigkeit, deckt Versicherungs- und Materialkosten. Aber nicht nur über finanzielle Unterstützung, sondern auch über eine wachsende Mitgliederzahl freut sich das Team. „Wir suchen mehr Mitstreiter!“, bemerkt Best.

Die momentan rund 50 Mitglieder kommen zwar größtenteils aus dem Ballungsgebiet Hamburg, Lübeck und Segeberg, sind aber deutschlandweit vertreten.

Simone Grandmann aus dem kleinen Dorf Seelingstädt, das sich an der Grenze von Sachsen zu Thüringen befindet, hat gerne die rund 600 Kilometer hinter sich gebracht, um am Nähtreffen teilzunehmen. Die 40-Jährige ist seit eineinhalb Jahren fester Bestandteil der ehrenamtlichen Gruppe. Durch ihre berufliche Tätigkeit als onkologische Krankenschwester ist es ihr ein Bedürfnis, zu helfen und die kaputte Kinderwelt ein Stück weit bunter zu gestalten. Von Bettschlangen bis hin zu farbenfrohen Taschentuchboxen-Überzügen fertigt sie alles gerne, was am dringendsten benötigt wird. Den weiten Weg nur für das Nähtreffen nahm sie gerne auf sich, denn den Wert ihrer Tätigkeit hat sie erkannt: „Mir ist es wichtig, dass man in irgendeiner Form was Gutes tun kann.“ Interessierte, die sich ebenfalls vorstellen können, die sterile und graue Krankenhauswelt für erkrankte Kinder ein wenig bunter zu gestalten, finden auf der Homepage des Vereins www.farbenfroh-bunt.de nähere Informationen und die Möglichkeit, zu spenden und Mitglied zu werden. Dort befindet sich auch der Zugang zum Shop, über den sich Kinderonkologie- und Kinderkardiologiepatienten des UKE oder Kinder der Muschel mittels Passwort kostenlos Geschenke aussuchen können.

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