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Geflügelpest in allen Kreisen

Geflügelpest macht Landwirten und Hobbyhaltern zu schaffen

Werner Beuck muss seinen Gänsen und Enten den Weg auf die Wiese aufgrund der Geflügelpest mit Gittern versperren. Foto: ohe

Bad Segeberg (ohe). Seit am Plöner See rund 30 verendete  Wasservögel entdeckt wurden, vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein neuer Fall von Geflügelpest (Aviäre Influenza) in Schleswig-Holstein gemeldet wird. Mittlerweile sind alle Kreise in Schleswig-Holstein von der Geflügelpest betroffen. Große Teile des Basses-Blatt-Landes sind Sperr- und Beobachtungsgebiete.
Landwirt Werner Beuck aus Steenkrütz in der Gemeinde Travenhorst mästet Biohähnchen. 4.000 Eintagsküken zogen am Montag in seinen Stall ein. Sorgen um seine Tiere macht sich Beuck nicht. In der vergangenen Woche brachte er  3.900 Hähnchen zum Schlachter. Alle waren gesund. Das hat ihm der Amtstierarzt bescheinigt.
Die ersten Tage zieht Beuck seine Hähnchen ohnehin nur im geschlossen Stall auf. Spätestens ab dem 28. Tag kommen seine Öko-Hähnchen auf die Wiesen. Beuck hofft, dass bis dahin die Gefahr der Geflügelpest vorüber ist. „Die Zugvögel ziehen jetzt weiter nach Süden“, sagt Werner Beuck. Er glaubt, dass sich die Lage daher bald entschärft.
Beucks Betrieb liegt im Beobachtungsgebiet. Der Landwirt muss daher strengere Hygienemaßstäbe erfüllen. Jeden Tag arbeitet Werner Beuck daher eine Stunde länger. Seine Tiere benötigen mehr Zufutter. Er muss alle acht Stunden Desinfektionsmittel anmischen. Vor jedem Gang in den Stall wechselt er die Kleidung. Die Schuhe hat er zuvor mit 20-minütiger Einwirkzeit desinfiziert. Für jeden Stall hat er ein Paar Stiefel.
Werner Beuck und seine Frau Christine mästen auch Enten und Gänse. Die Tiere müssen sich jetzt mit dem Ausblick auf die grünen Wiesen begnügen. Viele Enten hat Christine Beuck bereits geschlachtet. Sonst wäre es zu eng. „Viele Hobbyhalter haben bei uns angerufen. Sie haben mich gebeten, ihre Tiere zu schlachten“, sagt Christine Beuck. Doch das geht nicht. Die Landwirtin darf nur auf ihrem eigenen Betrieb schlachten. Der Transport der Tiere aus den Sperrbezirken ist verboten. Die großen Geflügelschlachtereien sind überlastet. Christine Beuck rechnet damit, dass viele Hobbyhalter die Geflügelhaltung aufgrund der Geflügelpest aufgeben werden.
Verbraucher müssen auf den Verzehr von Eiern und Geflügel nicht verzichten. „Bisher gibt es keine Belege dafür, dass sich Menschen mit dem aktuellen Grippe-Virus angesteckt haben könnten, weil sie Eier oder Fleisch von infiziertem Geflügel gegessen haben. Wer sich an die üblichen Hygieneregeln hält, ist demnach auf der sicheren Seite. Das heißt: Hände gründlich waschen, rohe Eier getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahren und Eier nur durchgart essen,“ erklärt Gudrun Köster, Expertin für Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.
Freilandeier bleiben Freilandeier, auch wenn die Legehennen aufgrund der Stallpflicht nicht mehr frei umherlaufen dürfen. Diese Regelung gilt allerdings nur zwölf Wochen lang. Danach müssen die Eier als Eier aus Bodenhaltung umdeklariert werden.
Werner Beuck kann sich noch gut an Vogelgrippefälle in den Jahren 2006 und 2014 erinnern. „Auch damals galt Stallpflicht, aber die Restriktionen waren weniger streng“, sagt Beuck.
Der Kreis Segeberg weist darauf hin, dass Hunde und Katzen in Beobachtungs- und Sperrgebieten nicht frei umherlaufen dürfen. Für Hunde gilt Anleinpflicht. Katzen müssen im Haus bleiben. So soll die Weiterverbreitung des Erregers vermieden werden.

Antworten auf  Bürgerfragen
Das Land hat ein Bürgertelefon eingerichtet, um Fragen von Bürgern zu beantworten. Es ist werktags von 9 bis 17 Uhr besetzt und unter 0431/160-6666 erreichbar.
Der Kreis Plön hat unter der Telefonnummer 04522/74387 ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist von Montag bis Donnerstag von 8.30 bis 17 Uhr sowie am Freitag von 8.30 bis 13 Uhr erreichbar.
Im Kreis Segeberg ist unter der Telefonnummer 04551/951211 ebenfalls ein Bürgertelefon eingerichtet.

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