Aktuelles

Fremdstoffe im E-Schrott erschweren das Recycling

von Katja Lassen

„Vorsicht! Wird ein Handyakku geknickt, kann es zu einer enormen Stichflamme kommen“, warnt Tabea Behrendt, Geschäftsführerin der Behrendt Recycling GmbH in Neumüns­ter. Foto: kf

Bad Segeberg (kf). Elektronikschrott ist eine der am stärksten steigenden Abfallströme der heutigen Zeit. Aus Sicht der Entsorgung ist Elektronikschrott jedoch auch eine der anspruchsvollsten Aufgaben einer modernen und rechtskonformen Abfallwirtschaft. Elektronikschrott ist zugleich bedeutende Rohstoffquelle, aber auch Schadstofflager.
„In unseren Annahmestellen sammeln wir alle Arten Elektroschrott – von der Platine über den CD-Player bis hin zum Kühlschrank“, so Jens Kretschmer, Verbandsvorsteher des Wege-Zweckverbandes der Gemeinden des Kreises Segeberg (WZV).
Doch was ist E-Schrott?
• Stecker- und PC Netzteile und Kabel, Transformatoren, Festplatten und Laufwerke, Relais etc.
• Haushaltsgroßgeräte, wie Wasch- und Geschirrspülmaschinen, Kühl- und Gefrierschränke, Herde und Heizgeräte, Lüftungs- und Klimaanlagen etc.
• Elektronik, wie Computer, Drucker und Kopierer, Monitore und Fernseher, Telefone, DVD- und Videorecorder, Plattenspieler, Handys, Mp3-Player etc.
• Leuchtkörper, wie Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen usw.
• Haushaltskleingeräte, wie Staubsauger, Toaster und Küchenmaschinen, Bohrmaschinen, Rasenmäher, Mess-, Wiege- und Regelgeräte und sonstige elektrische Werkzeuge sowie Spiel- und Sportgeräte.
• Geräte aus Medizin und Technik
• Batterien und Akkus
„Deutschland ist Weltmeister im Fußball – und bei der Mülltrennung. Doch was den E-Schrott angeht, da können wir besser werden“, so Kretschmer. Über die Folgen von Fremdstoffen im E-Schrott kann Firma Behrendt Recycling in Neumünster ein Lied singen. Dort wird auch der auf den Recyclinghöfen des WZV gesammelte E-Schrott (circa 2.000 t/ 2016) aus dem Kreis Segeberg sortiert und verwertet. „Leider behindern Fremdstoffe, wie Pappe, Verpackung, Fett und vieles mehr die Verwertung beziehungsweise ziehen einen erheblichen manuellen Sortieraufwand nach sich“, so Geschäftsführerin Tabea Behrendt Geschäftsführerin der Behrendt Recycling GmbH in Neumünster. Es sollten zum Beispiel die Staubsaugerbeutel aus den Saugern entfernt werden, oder der Toner aus den Druckern und natürlich das Fett aus der Friteuse. Auch bei einer Akku-Bohrmaschine sollte der Klick-Akku getrennt entsorgt werden.
Wenn eine Trennung nicht möglich ist, dann sollten solche Geräte gesondert abgegeben werden. Die Profis in Orange geben auf den Recyclinghöfen gerne Auskunft. Denn die sogenannte Lithium-Akkus (auch enthalten in Laptops oder schnurlosen Telefonen) behindern den Verwertungsweg. Diese sollten entfernt werden, bevor sie in den dafür vorgesehenen Elektro-Schrott-Containern entsorgt werden, da sie viele gefährliche Stoffe enthalten.
Dabei ist jedoch besondere Vorsicht geboten, da die Akkus nicht geknickt werden dürfen. „Bei meinem Bruder ist das mit dem Handyakku passiert und dann kam da eine große Stichflamme raus“, sagt Tabea Behrendt und zeigt zur Abschreckung die verkohlten Reste des Akkus.

Diesen Beitrag teilen:

Zurück