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Flurbereinigung mit Nachahmungspotential in der Leezener Au-Niederung abgeschlossen

von Katja Lassen

Die Leezener Au verbindet den Neverdorfer See mit dem Mözener See. Die umliegenden Hangwälder und großflächigen Feuchtgrünlandgebiete beheimaten seltene Pflanzenarten und sind Lebensraum vieler Tiere. Wasserbüffel und Robustrinder übernehmen die Pflegebew

Leezen (kf). Das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren Leezener Au ist erfolgreich abgeschlossen. Nach 15 Jahren intensiver Arbeit aller Beteiligten aus Landwirtschaft, Naturschutz und Wasserwirtschaft wurden damit Landnutzungskonflikte einvernehmlich und zur Zufriedenheit aller dauerhaft gelöst. Bei der offiziellen Vorstellung mit Spaziergang durch die Auniederung lobte Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack die vorbildhafte Zusammenarbeit und den langen Atem.

Dank der Bereitschaft zur Flächenabgabe oder -tausch seitens der Landwirtschaft, beträgt die im Rahmen des Projektes zugunsten der Schrobach-Stiftung gesicherte Fläche in der Niederung nun 200 Hektar und wird ausschließlich nach Naturschutzgesichtspunkten gepflegt und entwickelt.

Insgesamt seien 234 Hektar durch Eigentumsveränderung und durch Umsetzung von Maßnahmen mit 46 Teilnehmenden betroffen gewesen. Etwa 90 Hektar landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich genutzte Flächen konnten direkt angekauft oder langfristig gepachtet werden.

Zur Flächensicherung im FFH-Gebiet „Leezener Au Niederung und Hangwälder“ wurden der Schrobach-Stiftung durch das Flurbereinigungsverfahren insgesamt 108 Hektar zugeteilt und neu in den Schutz der Natur gestellt. Die Leezener Au-Niederung ist eines von wenigen großflächigen, artenreichen Feuchtgrünlandgebieten in Schleswig-Holstein. Die nassen Böden ermöglichten von jeher eine extensive landwirtschaftliche Nutzung als Grünland. Die artenreiche Landschaft mit bunten Wiesen führte durch die zunehmende Mechanisierung und Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung über die Jahre zu einer Verarmung der Vegetationsbestände. Ebenso beschleunigte die Begradigung der Leezener Au sowie die Entwässerung und Verbrachung den Rückgang der Vielfalt.

Durch die Flurbereinigung wurden großflächige Weideeinheiten gebildet. Diese werden heute im Rahmen des Konzeptes als extensive Weiden mit Wasserbüffeln, verschiedenen Rinderrassen und Islandpferden gepflegt. Durch Brückenbau über die Leezener Au sowie Klapptore und Bohlenweg entstand ein Rundwanderweg zwischen Leezen und Krems I über den sich Ulrich Schulz, Bürgermeister der Gemeinde Leezen und Amtsvorsteher beim Amt Leezen besonders freut. „Fußgänger und Radfahrer sind eingeladen, durch diese einmalige Landschaft zu schlendern und die Natur auf sich wirken zu lassen“, sagt er.

Im Flurbereinigungsverfahren, das ein Gesamtverfahrensgebiet von 608 Hektar umfasst, wurden viele „kleine“ und „große“ Maßnahmen aus dem Managementplan umgesetzt. Die Finanzierung in Höhe von 900.000 Euro für den Grunderwerb sowie 481.000 Euro für die Maßnahmen stellte im Wesentlichen das MELUND (Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung) sicher. Hierfür wurden 242.000 Euro EU-Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung der ländlichen Räume (ELER) sowie 1,125 Millionen Euro Landesmittel bereitgestellt.

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