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Die Vielfalt der Gartenvögel nimmt ab

von Gerald Henseler

Wegwerfen kommt für Leonore Borchers nicht in Frage. Sie renoviert alte Futterhäuser.

Wahlstedt/Heidmühlen (ohe). Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar – früher haben sich sehr viele Vogelarten in dem Garten von Eva und Albert Holm in Wahlstedt versammelt. Auch heute ist noch reichlich Vogelgezwitscher in dem Garten der Holms zu hören. Doch die Artenvielfalt nimmt ab. Regelmäßig nehmen die Holms an den Gartenvögelzählungen des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) teil. Eichelhäher, Buntspecht, Stieglitz, Türkentaube und  Gartenrotschwanz haben Eva und Albert Holm in diesem Jahr noch nicht in ihrem Garten gesehen. Auch Grasmücken- und Finkenarten sowie Schwalben sind kaum noch in ihrem Garten.

„Früher gab es einen Grüngürtel an unserem Wohngebiet“, sagt Albert Holm. Der ist verschwunden. Auf den Feldern in der Nachbarschaft hat sich die Vegetation geändert. „Auf 90 Prozent der Ackerflächen wächst nur noch Mais“, sagt Holm. Zusammen mit Marianne Schulz aus Wahl-stedt und Leonore Borchers aus Heidmühlen möchten die Holms Gartenbesitzer motivieren, in ihren Gärten Plätze für Vögel und Insekten zu schaffen. 21 Nistkästen und acht Futterstellen hat Leonore Borchers in ihrem Garten am Ortsrand von Heidmühlen geschaffen. „Alle Nistkästen sind belegt“, freut sie sich. Amseln, Drosseln. Haussperlinge und Zeisige bauen ihre Nester lieber in Sträuchern und  Bäumen. Im Winter brach ein Baum in Garten von Leonore Borchers halb ab. Sie hat das restliche Totholz stehen lassen. „In einer ehemaligen Spechthöhle nisten jetzt die Stare“, sagt Leonore Borchers.

Eva und Albert Holm, Marianne Schulz und Leonore Borchers füttern die Vögel in ihren Gärten zu. Sie schaffen den Gartenvögeln aber auch natürliche Nahrungsquellen. Sogenannte Insektenhotels, Totholzhaufen und Obstbäume gehören dazu. Um Insekten anzulocken, sorgen sie  von Frühling bis in den Herbst für blühende Pflanzen in ihren Gärten.  „Ein Garten muss wilde Ecken haben“, meint Albert Holm. Brennnesseln und Disteln lässt er bewusst in seinen Beeten stehen. „Die erfüllen wichtige Funktionen“, meint Holm. Weniger tun, mehr zulassen, lautet die Devise der Vogelfreunde. Der Weg zum vogelfreundlichen Garten ist aus ihrer Sicht ganz leicht.

Marianne Schulz bedauert, dass immer mehr Menschen in ihrer Nachbarschaft große Teile ihres Grundstückes zupflastern und auf Gabionen statt auf Hecken setzen. So nehmen sie Vögeln Nistmöglichkeiten.

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