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Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Sanierung der Jakobi-Kirche in Bornhöved

Die Bauarbeiten beginnen im Juni

An diesem Mauerstreifen haben Handwerker verschiedene Sanierungsverfahren getestet. Architektin Christine Johannsen setzt bei der Sanierung Gips statt Mörtel ein. Fotos: ohe

Bornhöved (ohe). Seit der letzten Sanierung der Bornhöveder Jakobi-Kirche sind noch keine 20 Jahre vergangen. „Wir zahlen jetzt noch Raten für die Sanierungskos­ten ab“, sagt Jochen Hildebrandt, der stellvertretende Vorsitzende der Kirchengemeinderates. Doch um eine erneute Sanierung der Kirche kommt die Gemeinde nicht herum. „Das Innere der Wände ist klatschnass. Der Mörtel hat die Konsistenz von Zahnpasta“, sagt die Hamburger Architektin Chris­tine Johannsen. Anker lassen sich daher leicht herausziehen.
Äußerlich werden die Baumängel durch Ausbeulungen und Risse in den Feldsteinmauern sichtbar. Ein Grund dafür: Bei der Sanierung in den Jahren 1999 bis 2002 wurde  Verpressmörtel statt Gips verwendet. „Idealerweise hätte der Architekt für die Schäden versichert sein müssen“, sagt  Hildebrandt. Die nun mit der Sanierung beauftragte Architektin Christine Johannsen hat eine solche Versicherung. das war dem Kirchengemeinderat wichtig.
In einem ersten Bauabschnitt sanieren Handwerker unter ihrer Anleitung ein Viertel der Nordwand der Vicelinkirche. „Wir werden Anfang Juni mit den Arbeiten beginnen“, sagt Christine Johannsen. Sie rechnet mit einer Bauzeit von vier bis fünf Monaten. Im Rahmend der Sanierung werden auch kleinere Reparaturen am Dach ausgeführt. Zudem will Christine Johannsen die Wasserableitung von den Wänden verbessern. 141.000 Euro hat sie dafür veranschlagt. Einen Zuschuss in Höhe von 15.000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) überreichte jetzt Winfried Rusch, der Leiter des Ortskuratoriums Kiel und Umgebung der DSD. Ein Drittel der Sanierungskosten trägt die Kirchengemeinde selbst. Die übrigen Gelder kommen hauptsächlich von der Gräfe Stiftung, der Stiftung Kirchenbau (KiBa) und dem Kirchenkreis Plön-Segeberg.
In den kommenden drei Jahren sind weitere Sanierungsmaßnahmen geplant. Ost- und Südseite sowie der Turm sollen dann überarbeitet werden. Die Gesamtkosten schätzt Jochen Hildebrandt auf 920.000 Euro. „Wir wollen einen Verein der Freunde und Förderer der Jakobi-Kirche gründen“, kündigt Pastorin Ulrike Egener an. Der Verein soll mithelfen, die nötigen Gelder einzuwerben.
Während der Bauphase müssen Kirchenbesucher mit Beeinträchtigungen rechnen. „Wir müssen fünf bis sechs Sitzreihen an der Nordseite abbauen“, sagt Ulrike Egener. Dort wird ein Gerüst aufgebaut, das Last von der Außenwand nehmen soll. Zudem wird die Orgel eingehaust. Dadurch verändert sich der Klang.
Ulrike Egener und ihr Kollege Reimer Kolbe wollen aus der Not eine Tugend machen. „Wir werden im Sommer Gottesdienste nach draußen und an andere Gebäude verlegen“, kündigt Egener an.

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