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Einbürgerungsfeier in der „Remise“

Deutsche Staatsbürgerschaft bewusst gewählt

von Katja Lassen

Zusammen mit ihrer bereits 2009 eingebürgerten Mutter Aysel Ercil (re.) freute sich Celine Akcay aus Wahlstedt über ihre Einbürgerung. Zuvor fehlte der in Lübeck Geborenen die Zustimmung ihres in der Türkei lebenden Vaters. Jetzt ist sie volljährig und du

Bad Segeberg (kf).   „Ich heiße Sie ganz herzlich willkommen in Deutschland, im schönen Schleswig-Holstein und natürlich im schönsten Landkreis Segeberg.“ Mit diesen Worten überreichte Landrat Jan Peter Schröder bei der Einbürgerungsfeier in der „Remise“ in Bad Segeberg die Urkunden an 18 Bewerber, die sich an diesem Tag zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekannten und somit zu deutschen Staatsbürgern wurden.
„Wir wollen dem Verwaltungsakt einen besonderen, feierlichen Rahmen verleihen, denn Sie haben sich ja bewusst für die Bundesrepublik Deutschland entschieden“, wandte sich der Landrat an die frisch eingebürgerten Deutschen, die zuvor britische, marokkanische, griechische, kubanische, türkische, pakis­tanische, indische und bulgarische Staatsangehörigkeiten besaßen. Einige Bewerber verfügen auch über eine doppelte Staats­ange­hörigkeit. Insgesamt erhielten in diesem Jahr 232 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft, im Vorjahr waren es 241. Die Zahl der Anträge sei mit 278 aber gestiegen, verriet Oliver Bonus, der als Leiter des Fachdienstes Ausländer- und Asylangelegenheiten am 1. Februar offiziell die Nachfolge von Rolf Meenen antritt. Beantragen kann man die Regel-Einbürgerung, wenn man seit acht Jahren in Deutschland lebt und bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Eine Ermessenseinbürgerung kann auch schon nach sechs Jahren erfolgen und tritt zum Beispiel bei Sonderfällen oder einem Flüchtlingsstatus in Kraft.
Gestiegen ist die Zahl der britischen Bewerber, von denen sieben bei der Einbürgerungsfeier anwesend waren. David John Rothwell aus Henstedt-Ulzburg lebt seit Ende der 60-er Jahre in Deutschland. Für ihn war der Brexit, den er als sehr enttäuschend empfindet, der Auslöser die deutsche Staatsangehörigkeit zu beantragen. „Ein Außenminister, der durch die Welt reist und sämtliche Leute beleidigt, ist extrem peinlich“, sagt er.
Für die Türkin Celine Akcay aus Wahlstedt war die Einbürgerung ein längst überfälliger Schritt. Ihre Heimat war schon immer Deutschland, die Familie lebt in dritter Generation hier. Schon ihre Mutter Aysel Ercil kam im Alter von einem Jahr aus der Türkei nach Deutschland. Celine wurde in Lübeck geboren. Ihre Mutter ist seit 2009 eingebürgert und auch ihre jüngeren Geschwister sind Deutsche. Nach der Trennung der Eltern hat ihr türkischer Vater ihr aber die Zustimmung zur Einbürgerung verwehrt. Jetzt, wo sie 18 Jahre alt ist, durfte sie selbst den Antrag stellen, der dann auch bewilligt wurde. Landrat Jan Peter Schröder überreichte die Urkunde mit den Worten: „Jetzt bin ich nicht nur ihr Chef, sondern habe Sie auch eingebürgert.“ Celine Akcay arbeitet als sogenannter Bufdi (Bundesfreiwilligendienst) in der Asylbetreuung beim Kreis Segeberg. Sie spricht deutsch und türkisch, ist in ihrem Leben aber erst zweimal in der Türkei im Urlaub gewesen.

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