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Am kommenden Wochenende ist Schlamermarkt

Beliebter Treffpunkt für Jung und Alt

Der Super-Scooter gehört zu den Attraktionen des Schlamermarktes. Foto: ohe

Schlamersdorf (ohe). Im Juni ist Jahrmarkt in Schlamersdorf. Das ist seit über 190 Jahren so. Doch in diesem Jahr findet der Schlamermarkt schon im Mai statt. „Weil Pfingsten auf das erste Juniwochenende fällt, haben wir den Schlamermarkt vorverlegt“, erklärt Gerd Lentföhr. Er ist als Bürgermeister der Gemeinde Seedorf zugleich Marktmeister.
Am Sonnabend, 27., und Sonntag, 28. Mai, wird der Dreiecksplatz in Schlamersdorf damit wieder zum Treffpunkt der Bürger aus dem Nord-Ost-Kreis. Pünktlich um 14 Uhr öffnen am Sonnabend  die Schausteller ihre Stände und bieten Lose, Zuckerwatte und Bratwürste sowie Karussellfahrten an.  15 Schausteller sind am kommenden Wochenende  auf dem Dreiecksplatz in der Ortsmitte präsent. Mit dabei sind die Scooter-Bahn, Schießbuden, Enten-Angeln, Süßwarenstände, Grill- und Getränkestände, eine Pizzeria, zwei Kinderkarussells sowie Spielstände. Im Festzelt wird nachmittags Kaffee und Kuchen angeboten.
Der traditionsreiche Markt hat für die Bürger der Region bis heute seinen Reiz bewahrt. Auf dem Dreiecksplatz zwischen den Eichen und Kastanien ist man nicht anonym. „Hier haben die jungen Leute in den Fahrgeschäften ihren Spaß. Die älteren klönen bei Bier und Korn im Festzelt“, beschreibt Marktmeister Horst Schramm die Atmosphäre.
Zum Schlamermarkt zieht es daher auch immer wieder ehemalige Bewohner der Region zurück. Denn am Bierpilz oder dem Grillstand trifft man immer jemanden zum Klönen. In den vergangenen 30 Jahren hat sich der Schlamermarkt zu einem beliebten Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt. Während sich die Kinder in den Fahrgeschäften vergnügen, nutzten Eltern und Großeltern die Gelegenheit, mit Bekannten und Freunden zu klönen. Der alte Baumbestand bietet Schutz bei schlechtem Wetter und Schatten an heißen Sonnentagen.

Ein Volks- und Dorffest seit mehr als 200 Jahren

Der erste Schlamermarkt muss zwischen 1767 und 1806 stattgefunden haben, inoffiziell vermutlich schon früher. Jedenfalls beschwerten sich 1767 das Segeberger Schuhmacheramt beim König, weil am Sonntag nach Fastnacht nahe der Tensfelderau Handel betrieben werde, der nicht zulässig sei. Anders als die  Gutsherren von Rohlstorf, Travenort und Kamp würde der Seedorfer Gutsherr diesen Handel nicht verhindern. Wie die Beschwerde ausging, ist nicht bekannt. Möglicherweise nahm Gutsherr Blome die Beschwerde zum Anlass, um  eine Konzession für einen Jahrmarkt zu beantragen.
Fest steht, dass der Schlamermarkt bereits im Jahr 1806 stattfand. Damals am Donnerstag nach Johanni (24. Juni). Weil dieser Tag oft mit der Heuernte zusammenfiel, wurde der Jahrmarkt 1856 aufgrund einer königlichen Verordnung auf den 14. Juni vorverlegt. In diesem Jahr erlebte der Schlamermarkt seine Blütezeit. 61 Marktleute bauten damals ihre Buden und Tische auf dem 1836 angelegten Dreiecksplatz in Schlamersdorf auf. Zu ihnen gehörten Drechsler, Optiker, Verkäufer von Ellenwaren, Mützenmacher, Galanteriewarenhändler und viele Schuhmacher. Von 1866 bis um die Jahrhundertwende war der Schlamermarkt zudem Pferde- und Viehmarkt.

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