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Behördenlotsen informieren kostenlos und einfach

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Christian Weinert ist Sprecher der Bad Segeberger Behördenlotsen. Foto: ohe

Bad Segeberg (em). Gesetze ändern sich und bleiben doch oft unbeachtet, auch wenn die Änderungen den Menschen zugutekommen, die knapp bei Kasse sind. So kann man seit 2017 rückwirkend die Befreiung von den Rundfunkgebühren beantragen, auch wenn man den Erst-Antrag oder den Antrag auf Verlängerung versäumt hat. Die Behördenlotsen informieren über die Bedingungen und helfen beim Ausfüllen des Antrags, kostenlos und einfach.
Wer davon betroffen ist, kann auf diese Weise für je drei Monate eine Rückzahlung von gut 50 Euro erwarten und sich mal etwas außer der Reihe gönnen oder für Notfälle zurücklegen. Durch diese Nachzahlung werden Sozialleistungen nicht gekürzt. Ein anderes Beispiel ist das 2016 erhöhte Wohngeld. „Anderenorts steigen die Antragszahlen ganz erheblich, aber wir in Bad Segeberg und Wahlstedt spüren dort kaum mehr Beratungsnachfrage“, sagt Christian Weinert, der Sprecher der Bad Segeberger Behördenlotsen. Dabei hilft dies auch, Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung, zum Beispiel für Rentner, zu vermeiden.
Auch in der Grundsicherung gibt es eine Erleichterung, nämlich  beim Schonvermögen. Nun darf jede Person 5.000 Euro Ersparnisse behalten, statt zuvor 2.600 Euro. Wer mehr auf der hohen Kante hat, muss das Geld erst verbrauchen. Sorgen, dass erst die Kinder zahlen müssen, sind meistens unangebracht.
Oft berichten die Medien über Untersuchungen aus der Forschung und Einschätzungen von Verbänden, dass noch immer Millionen Menschen keine Leistungen beantragen. Die Gründe sollen Scham oder eine voraussichtlich nur geringe Leistungshöhe und Leistungsdauer sein. Wer den Gang zur Behörde scheut, kann sich zunächst bei den Behördenlotsen informieren. Wenn es dann Aussicht auf eine Leistung gibt, kann ein Antrag gestellt werden, auch eine Begleitung zum Amt ist möglich. Wenig bekannt ist zudem, dass es Einmal-Töpfe gibt, die für besondere Ereignisse wie Schicksalsschläge zur Verfügung stehen.
Es gibt viele Gründe, warum das Geld nicht reicht. Wer also „jeden oder Cent zweimal umdrehen muss“ kann sich bei den Behördenlotsen informieren, ob es Erleichterungen gibt – für sich selbst, aber auch für Kinder. „Wir fragen nicht nach Schuld, wir suchen nach Auswegen“, sagt Chris­tian Weinert. Die Sprechzeiten im Begegnungs- und Beratungszentrum Bad Segeberg (Kirchstraße 9) sind täglich 10 bis 12 und donnerstags 15 bis 17 Uhr, in der Begegnungsstätte,  Wahlstedt (Waldstraße 1) dienstags von 10 bis 12 Uhr. Zu diesen Zeiten können auch Gesprächstermine vereinbart werden, für Bad Segeberg unter Telefon 04551/955115 oder für Wahlstedt unter 04554/701244.
Alle Beratungen sind kostenlos und auf Wunsch anonym.

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