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BBZ öffnet Trave-Schülern Tür ins „wahre Leben“

An der Werkbank in der Holzwerkstatt unterschrieben Heinz Sandbrink, Jan Peter Schröder, Jürgen Hübner, Mingo Sommer und Karin Pätzold (v.li.) den Kooperationsvertrag zwischen BBZ und Trave-Schule.

Bad Segeberg (ohe). In Kindergärten und Schulen sind Menschen mit Behinderungen  längst Teil der Gemeinschaft. Doch mit dem Ende der Schulzeit ist es mit der Inklusion in der Regel vorbei. Das wollen das Berufsbildungszentrum (BBZ) Bad Segeberg  und  die Trave-Schule ändern. Mit Landrat Jan Peter Schröder und Schulrat Jürgen Hübner unterzeichneten die beiden Schulleiter Mingo Sommer (Trave-Schule) und Heinz Sandbrink (BBZ) jetzt einen Kooperationsvertrag. Ziel ist es, die jungen Menschen in Arbeit zu bringen.
„Wir öffnen den Schülern eine Tür“, sagt Heinz Sandbrink. In den theoretischen Fächern Mathematik, Deutsch, Weltkunde und Berufskunde unterrichtet Agneta Kelling von der Trave-Schule die Schüler mit Behinderung in einem eigenen Klassenraum. Mittwochs arbeiten sie gemeinsam mit anderen BBZ-Schülern  in den Werkstätten.
Neun Schüler, die zuletzt bis zur neunten Klasse am Städtischen Gymnasium und der Dahlmannschule integrativ beschult wurden, absolvierten zunächst ein Praktikum am BBZ. Dabei zeigten sich ihre Vorlieben für die Bereiche Holztechnik, Farbtechnik und Raumgestaltung sowie Hauswirtschaften und Backen. Jeweils zu dritt nehmen sie seit Schuljahresbeginn am fachpraktischen Unterricht teil.
„Die Schüler sind gewachsen“, schildert Karin Pätzold, die stellvertretende Schulleiterin des BBZ ihren Eindruck. Sie hatte die Idee  zu der Kooperation zwischen BBZ und Förderzentrum. Zwei Jahre lang hat sie gemeinsam mit Mingo Sommer und anderen an der Kooperationsvereinbarung gearbeitet. Nicht jeder Trave-Schüler, der am BBZ die Werkstufe besucht, wird einen Platz im ersten Arbeitsmarkt finden. Doch bei einigen wird das klappen. Da ist sich Karin Pätzold sicher.
„Jeder junge Mensch hat Träume, wie seine Arbeit aussehen soll“, sagt Heinz Sandbrink. Am BBZ können nun auch Trave-Schüler die Realität kennenlernen. Manche werden dabei erkennen, dass sie ihren Traumberuf nicht erreichen können.
In dem neuen Angebot sieht Mingo Sommer eine gleichberechtigte Alternative zum Weg ihrer Schulabgänger in die Werkstätten für Behinderte. Nicht für jeden behinderten Schüler kommt das Angebot des BBZ in Frage, stellt sie klar.

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