Aktuelles

Bad Segeberg ist seit zehn Jahren auf dem Weg zur barrierefreien Stadt: 161 Projekte umgesetzt

von Gerald Henseler

Bei der Gestaltung der Promenade am Großen Segeberger See haben die Planer an Barrierefreiheit gedacht. Foto: Stadt Bad Segeberg

Bad Segeberg (ohe). Eine komplett barrierefreie Stadt wird es nicht geben. Da sind sich Bürgermeister Dieter Schönfeld und Stadtplanerin Ute Heldt Leal einig. Vor zehn Jahren machten sie sich auf dem Weg, um Bad Segeberg für Menschen mit Behinderungen ohne fremde Hilfe nutzbar zu machen. Jetzt zogen sie Bilanz. „Es ging schleppend los“, gesteht Ute Heldt Leal ein. Doch heute ist sie wie Dieter Schönfeld mit dem Erreichten sehr zufrieden. „Vor zehn Jahren gab es kaum eine Bushaltestelle, an der Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen ohne Hilfe einsteigen konnten. Heute ist das an fast jeder Bushaltestelle in der Stadt möglich“, nennt Schönfeld ein Beispiel. Vom wackelnden Pflasterstein bis hin zum kompletten Neubau hat die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreie Stadt 257Maßnahmen in ihren Katalog aufgenommen. 161 davon sind bereits erledigt. An den übrigen wird zur Zeit gearbeitet.

„Perfektionismus hilft nicht. In den meisten Fällen ist Kompromissbereitschaft nötig“, schildert Ute Heldt Leal ihre Erfahrungen. Oft sind die Planer auf die Mitwirkung von Geschäftsleuten und Haus- und Grundeigentümern angewiesen. Anfangs dachten die Stadtplaner bei Barrierefreiheit hauptsächlich an die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrern. Heute wissen sie, dass das Thema viel vielschichtiger ist. Blinde, Gehörlose, Gehbehinderte und Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen benötigen Maßnahmen, die sich zum Teil widersprechen. So sind taktile Bodenstreifen an denen sich Blinde orientieren für Gehbehinderte zum Teil hinderlich.

Auch für das Bad Segeberger Rathaus hat Dieter Schönfeld noch Pläne. Hier gibt es zwar ein vorbildliches barrierefreies WC. Doch im Fahrstuhl fehlen ihm noch Befehlsgeber mit  taktiler Erfassbarkeit. Für wünschenswert hält Schönfeld auch eine Ansagefunktion. Jeder Fahrstuhlnutzer sollte das erreichte Stockwerk und die dort angesiedelten Abteilungen genannt bekommen.

Diesen Beitrag teilen:

Zurück