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Grabhügel am Kornkamp ist hochwertiges archäologisches Denkmal

Ausgraben oder umplanen?

Trotz des archäologischen Fundes entwickelt die Gemeinde Bornhöved ihr Baugebiet am Kornkamp neu. Die Fläche über dem Grabhügel bleibt zunächst frei. Grafik: Thomsen

Bornhöved (ohe). Wer in Bornhöved buddelt, der wird oft fündig. „Bornhöved ist voll von Archäologie“, sagt Ingo Clausen, Leiter der Neumünsteraner Außenstelle des Archäologischen Landesamtes. Für ihn war klar, dass es sich auf der leichten Anhöhe auf der Ackerfläche  am Bornhöveder Kornkamp um einen geschleiften Grabhügel handelt.
Auf der 4,8 Hektar großen Fläche hinter dem Discounter Aldi und dem Edeka Markt  Gothmann plant die Gemeinde ein Neubaugebiet mit 33 Grundstücken und zwei Mehrfamilienhäusern. Zudem will Edeka hier einen größeren und moderneren Neubau errichten.
Seit einer Voruntersuchung des Archäologischen Landesamtes steht fest: Ingo Clausen liegt mit seiner Vermutung richtig. Zwei „Tortenstücke“ des runden Grabhügels haben die Archäologen untersucht. „Das ist ein vom Umfang und Potential hochwertiges Denkmal“, erklärt Ingo Clausen. Noch ist er sich nicht ganz sicher, ob es sich um einen bronzezeitlichen Grabhügel handelt. Es sei auch möglich, dass das Grab noch älter ist und aus der Jungsteinzeit stammt. Bei ihrer Voruntersuchung haben die Archäologen unter anderem einen Feuersteindolch gefunden, den sie auf die Zeit um  2200 vor Christi Geburt datieren.
Von den gängigen Grabhügeln der Bronzezeit unterscheidet sich der Hügel am Kornkamp. Der Hügel ist von einem eng gesetzten Pfostenkranz eingefasst“, sagt Clausen. Darum herum verläuft ein Graben mit steilem V-Profil. „Das ist ungewöhnlich“, sagt Clausen. Er würde gern eine Ausgrabung vornehmen. „Wir stehen Gewehr bei Fuß“, sagt Clausen. Er glaubt, dass eine Ausgrabung etwa drei Monate lang dauern würde.
Bürgermeister Dietrich Schwarz schätzt die Kosten dafür auf rund 90.000 Euro. Wenn die rund 3.000 Quadratmeter große Fläche über dem Grabhügel bebaut werden soll, müssten die Investoren diese Kosten tragen. „Sie könnten auf der Fläche aber auch einen Spielplatz errichten“, nennt Clausen eine Alternative.
Bürgermeister Dietrich Schwarz nimmt es gelassen. „Bornhöved ist historisch interessant. Mit solchen Funden können wir gut leben“, sagt er. An der Entwicklung des Baugebietes hält die Gemeinde fest. „Ich denke, dass wir im Frühjahr Baureife erreichen“, sagt Schwarz. Möglich wird dies, will die Gemeinde auf ein Mehrfamilienhaus vorerst verzichtet. Es war auf der Fläche des Grabhügels geplant. Edeka überlegt, den geplanten Neubau zu drehen und weiter nach Norden zu verlegen. Damit bliebe der Grabhügel unbebaut.

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